Fast 4000 Demonstranten wollen andere Politik

5. April 2004, 13:08
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Demonstration in Wien: Kritik an der derzeitigen Bildungspolitik

Wien - Einen Politikwechsel im Bildungsbereich fordern die SP-nahe Aktion Kritischer SchülerInnen und die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) anlässlich der Schüler- und Studentendemonstration im Rahmen des vom Europäischen Sozialforum (ESF) und vom Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) veranstalteten Aktionstags gegen Sozialabbau. "Die derzeitige Bildungspolitik ist ein Produkt aus wirtschaftlichen Interessen und dem Willen zur Erhaltung gesellschaftlicher Ungleichheiten", meinte AKS-Vorsitzende Kathi Kreissl in einer Aussendung.

"Das verkrampfte Beharren auf Selektionsmechanismen wie Noten, Sitzenbleiben und verfrühte Trennung der Schultypen seitens des Bildungsministeriums ist ein klares Bekenntnis zur Bildung als Mittel der Privilegierten und Herrschenden", so Kreissl weiter. ÖH-Vorsitzende Patrice Fuchs konstatierte eine "katastrophale Entwicklung" in allen Bereichen des Bildungssystems: "Demokratische Strukturen werden ausgehöhlt, Lernräume kaputtgespart, der Zugang zu Bildung immer mehr verengt."

Fast 4000 Demonstranten

Über die Anzahl der Teilnehmer der Demo herrschte diesmal ungewohnte Verwirrung. Die Polizei ging zunächst von 3.000 Teilnehmern bei der Schülerdemo und 300 Studenten vor der Uni aus. Die Veranstalter des Schüler-Zuges sprachen hingegen von 1.500 bis 1.700 Teilnehmern (was sich auch ungefähr mit den APA-Beobachtungen deckt). Nach dem Zusammenschluss der beiden Gruppen "erhöhte" die Polizei auf 3.800 - und die Veranstalter ließen die Zahl dann auf 4.000 hochschnellen.

Unterstützung für die Demonstration kam von den Wiener Grünen, Kritik vom Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) und der ÖVP. "Die Schüler und Studenten sollten sich etwas anderem widmen als erneuten Protesten - nämlich der Schule bzw. dem Studium", so RFS-Bundesobfrau Gudrun Gatternigg. ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinekl wiederum ordnete die Demonstranten der SPÖ zu: "Statt zu argumentieren, sich beteiligen und den Dialog zu suchen, werden die Leute hinters Licht geführt. Mit Bildung und Emanzipation hat das sicher nichts zu tun."(APA)

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