Mobilkom wirbt um GSM-Handylizenz im Oman

27. April 2004, 13:22
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Entscheidung der Behörden im zweiten Quartal 2004 erwartet - Handypenetration dort erst bei 20 Prozent

Wien - Die 100-prozentige Telekom Austria-Tochter Mobilkom Austria, die neben Österreich bereits in Kroatien, Slowenien und Liechtenstein tätig ist, will sich nun auch in der Golfregion engagieren. Die Mobilkom habe ein Angebot für die zweite GSM-Handylizenz im Oman gelegt, sagte Mobilkom-Sprecherin Ursula Novotny am Mittwoch. Eine Entscheidung der zuständigen Behörden darüber, ob die Mobilkom auch tatsächlich zum Zug kommt, werde im zweiten Quartal 2004 erwartet.

Das allfällige Investment im Oman bezifferte Mobilkom Austria-Chef Boris Nemsic zuletzt mit "20 bis 25 Mio. Euro", operativ mit "Mobilkom Oman" starten könnte das Unternehmen ab 2005. Neben der Mobilkom dürften laut Nemsic noch weitere 8 Unternehmen für die zweite GSM-Handylizenz im Oman bieten.

"Erweiterte Expansionsstrategie"

Der Oman ist Teil der "erweiterten" Expansionsstrategie" der Mobilkom, die primär auf Südosteuropa abzielt. Ein Engagement - etwa in Bosnien-Herzegowina oder Serbien - war bisher aber an den dortigen politisch und wirtschaftlich unstabilen Verhältnissen gescheitert. Der Mobilfunkmarkt in der Golfregion stellt sich laut Nemsic ähnlich dar wie in Südosteuropa vor fünf bis sieben Jahren, die Vorgabe eines "hohen Wachstums" werde damit erfüllt. Im 2-Millionen-Einwohnerstaat Oman gibt es derzeit nur einen Netzbetreiber mit 100 Prozent Marktanteil, die Mobilfunkpenetration liegt bei rund 20 Prozent, die Festnetzpenetration bei nur 8,9 Prozent. Nemsic ortet daher großes Marktpotenzial.

Ein allfälliges Engagement im Oman stelle keine Abweichung von der bisherigen Expansionsstrategie in Südosteuropa dar, hatte auch Telekom Austria-Generaldirektor Heinz Sundt kürzlich klargestellt. Auf Grund der geringen Dimension des Oman-Deals könne von einer Verletzung der bisherigen Kernstrategie keine Rede sein. Mit einem Einstieg müsste nicht einmal der Aufsichtsrat befasst werden, das Betragslimit für die Zustimmungspflicht des Aufsichtsrats liege bei 30 Mio. Euro. Die Kriegskassse der Telekom Austria für Akquisitionen beträgt rund 500 Mio. Euro.

Mit weiteren Handylizenz-Ausschreibungen in der Golfregion - etwa in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Katar -, die für die Mobilkom möglicherweise interessant sein könnten, rechnet Nemsic in den nächsten 12 bis 18 Monaten.(APA)

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