Es waren einmal ... die Illyrer

7. April 2004, 13:01
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Urgeschichtemuseum Asparn a. d. Zaya präsentiert über 300 Originalfunde aus Albanien

Wien - Sie waren kriegerisch, betrieben regen Handel mit den Griechen, hatten keine Schrift, waren Pioniere in der Metallfertigung und siedelten vor allem im Gebiet des heutigen Albanien - die Illyrer. Dem geheimnisumwitterten Volk aus der Eisenzeit (12. bis 3. Jahrhundert v. Chr.) widmet das Urgeschichtemuseum Asparn a. d. Zaya ab kommenden Samstag (3. April) eine in seinem Umfang bisher einzigartige Schau. Rund 350 Originalfunde aus Albanien sind bis einschließlich 28. November zu sehen.

"Diese Ausstellung haben wir der hervorragenden Zusammenarbeit mit unseren albanischen Kollegen zu verdanken", betonte Ernst Lauermann, wissenschaftlicher Leiter des Urgeschichtemuseums in Asparn am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien. Dass die Illyrer nicht erst im Jahr 2004 Bezug zu Niederösterreich herstellen, beweist der nördlichste Fund einer illyrischen Nadel. Das Schmuckstück wurde 1979 bei Mannersdorf am Leithagebirge gefunden.

Fürstengrab

Einer der Höhepunkte der Ausstellung wird das berühmte Grab des "Fürsten von Belsh" sein. Die 1975 durch Zufall entdeckte Fundstätte enthielt einen Bronzehelm, Beinschienen, Schmuck und Geschirr. Aber auch der erst kürzlich freigelegte Münzschatz von Hollm wird gezeigt.

Über die illyrische Kultur ist bis heute noch relativ wenig bekannt, da sie keine Schrift benutzten und deshalb auch keinerlei Aufzeichnungen existieren. Wissenschaft/cmer sehen die Illyrer auf einer Entwicklungsstufe mit Skyten, Thrakern, Kelten und Etruskern. Im zweiten Jahrhundert vor Christus ging das illyrische Reich, das sich größtenteils auf dem heutigen Staatsgebiet Albaniens befand, im römischen Reich auf. (APA)

"Die Illyrer - Archäologische Funde des ersten vorchristlichen Jahrtausends", Urgeschichtemuseum Asparn a. d. Zaya:
3. April bis 28. November, täglich außer Montag von 9.00 bis 17.00 Uhr, ab 13. September auch am Montag geöffnet

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