Fischer will für Gleichberechtigung kämpfen

25. April 2004, 18:10
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Der Präsidentschafts-Anwärter anlässlich der Vergabe der "Dohnal-Stipendien": Rückwärtsgang um jeden Preis vermeiden

Wien - "Man muss um jeden einzelnen Punkt im Match um Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern kämpfen", betonte SPÖ-Präsidentschaftskandidat und Zweiter Nationalratspräsident Heinz Fischer am Mittwoch im Rahmen der erstmaligen Vergabe der "Johanna Dohnal - Teilstipendien". Gerade jetzt, wo die Gefahr bestehe, dass in Sachen Gleichberechtigung und Gerechtigkeit der Rückwärtsgang eingeschaltet werde, gelte es alle Errungenschaften zu verteidigen, betonte Fischer.

Frauenförderung in Wissenschaft

SPÖ-Frauenvorsitzende Barbara Prammer stieß in dasselbe Horn: "Die Regierung versucht mit zahlreichen Novellen die Frauen an den Unis wieder in Frage zu stellen." Die "Johanna Dohnal - Teilstipendien", die zum 65. Geburtstag Dohnals ins Leben gerufen wurden und jetzt weiterentwickelt werden, sollen diesen negativen Entwicklungen entgegenwirken und der Bedeutung der Frauenförderung in der Wissenschaft Rechnung tragen.

"Mitstreiter der Frauen"

Johanna Dohnal brach "in einer Zeit, wo unendlich viel Dummes über den Feminismus gesagt wird" eine Lanze für den Feminismus. Es brauche eine "qualitativ vertikale Feminisierung", die für die sozialen, kulturellen, biologischen Erfahrungen der Frauen, ihren Bedürfnissen und ihrem Wissen sehr viel mehr Platz einräume. Dementsprechend sei die Förderung der Frauen im Bildungsbereich von großer Bedeutung. Fischer sei in dieser wichtigen Angelegenheit, besonders in seiner Funktion als Wissenschaftsminister, immer "Mitstreiter der Frauen" und "Ermöglicher von Frauenförderung" gewesen, wies Dohnal hin.

"Frausein ist kein Programm"

Freda Meissner-Blau legte den jungen Stipendiatinnen, Barbara Asen, Michaela Kathan und Veronika Stefanov, ans Herz "in Zeiten wie diesen, die teilweise sehr schwarz sind, das Frausein an sich nie zum Programm zu erheben". Meissner-Blau forderte die jungen Wissenschaftlerinnen auch auf, in ihren Forschungen parteiisch für die unterprivilegierten Frauen einzutreten, sich einen historisch-kritischen Blick zu bewahren und sich auch manchmal gegen den Mainstream zu stellen. (red)

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    Fischer wolle den Backlash vermeiden.
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