Markt für Billigflieger boomt weiter

15. April 2004, 11:03
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Studie: Auch 2004 deutlich stärkeres Wachstum - Langfristig überleben in Europa maximal fünf Anbieter

München - Die Billigflieger werden einer Studie zufolge auf dem deutschen Markt für die nächsten Jahre die Nase vorn haben. In diesem Jahr könnten die Billig-Airlines in Deutschland mit rund 22 Millionen Passagieren rechnen, heißt es in einer am Mittwoch vorgestellten Studie der Münchener Beratungsfirma Monitor Group.

Dies entspreche gegenüber 2003 einem Zuwachs von 39 Prozent, während die klassischen Linienfluggesellschaften und Regional-Carrier im selben Zeitraum nur mit fünf Prozent Wachstum rechnen könnten. Bis 2006 sollen die Passagierzahlen der Billigflieger demnach jedes Jahr im Schnitt um knapp ein Viertel (24 Prozent) zulegen.

Größtes Wachstumspotenzial sind neue Kunden

Das größte Wachstumspotenzial für Airlines wie Ryanair, easyJet, Air Berlin, HLX, Germanwings und dba seien neue Kunden, sagte Heiko Schulz, Luftfahrtexperte bei Monitor Group. Erst fünf Prozent aller Bundesbürger über 14 Jahren hätten bisher schon Billigflieger-Angebote genutzt. Von den übrigen 95 Prozent werde dies künftig aber voraussichtlich gut jeder Zweite noch tun.

Zusätzliche Impulse erhält der Markt demnach durch die bevorstehende EU-Osterweiterung: "Schon jetzt stehen Low-Cost-Carrier wie Bexx Air, Air Polonia, Whizz Air und Smart Air in den Startlöchern", erläuterte Schulz. Gleichzeitig werde aber im europäischen Raum die Konsolidierung voranschreiten, der bereits Billiganbieter wie Buzz Away und Go Fly in Großbritannien, Aeris Express in Frankreich und Goodjet in Schweden zum Opfer gefallen seien. Durch die wachsenden Überkapazitäten könnten sich längerfristig von den derzeit gut 50 Billigfliegern wahrscheinlich nur vier bis fünf große Anbieter behaupten.(APA)

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    Das größte Wachstumspotenzial für Airlines wie Ryanair, easyJet, Air Berlin, HLX, Germanwings und dba seien neue Kunden, meint Heiko Schulz, Luftfahrtexperte bei Monitor Group.

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