Medizinische Weltpremiere in Tirol

5. April 2004, 12:28
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15-Jährigem wird Infusionspumpe zur Behandlung schwerer Spastik implantiert

Innsbruck - Weltweit erstmals ist am Mittwoch einem 15-jährigen Buben an der Innsbrucker Universitätsklinik für Neurochirurgie eine neue Infusionspumpe zur Behandlung schwerer Spastik implantiert worden. Die Pumpe ermöglicht durch ihre kleine Größe nun auch die Behandlung von Kindern und sehr dünnen Patienten.

Bei schweren Fällen spastischer Lähmung wird unter anderem die so genannte intrathekale Infusionstherapie angewendet. Dabei wird eine Pumpe unter die Haut in den Bauch des Patienten eingesetzt. Über einen dünnen, flexiblen Schlauch, einen so genannten Katheder, wird ein krampflösendes Arzneimittel in einen Flüssigkeitsraum entlang des Rückenmarks abgegeben.

Geringere Dosis

Im Rückenmark befinden sich die Nervenzellen, die die Muskelspannung steuern. Das Medikament wird in unmittelbarer Nähe der Nervenzellen abgegeben. Dadurch wird eine Spastikminderung durch eine wesentlich geringe Medikamentendosis als etwa bei Tabletten erreicht. Die Nebenwirkungen können somit auf ein Minimum reduziert werden, hieß es bei der Präsentation am Mittwoch.

Bisher konnte eine derartige Pumpe wegen ihrer Größe nur bei Erwachsenen eingesetzt werden. Die neue kleinere Pumpe habe mehr Fassungsvermögen für das Medikament. Das Gerät sei programmierbar. Der Arzt könne somit die Menge und den zeitlichen Ablauf der Medikamentenabgabe durch die Pumpe schnell und einfach mit einem kleinen, computerähnlichen Programmiergerät einstellen. Dadurch könne die Therapie individuell angepasst und jederzeit optimiert werden. (APA)

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