Entscheidung über befristeten EU-Führerschein auf Herbst verschoben

2. April 2004, 22:11
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EU-Abgeordneter Rack warnt vor Diskriminierung von Senioren

Straßburg/Brüssel - Das Europaparlament hat eine Entscheidung über den geplanten befristeten EU-Führerschein auf Herbst verschoben.

Problem: Fälschungssicherheit

Rack räumte ein, dass es noch eine Zeit lang dauern werde, bis es in der EU einheitliche fälschungssichere Führerscheine gebe.

Medizinische Untersuchungen

Der zuständige Verkehrsausschuss konnte eine "Reihe wichtiger Fragen" nicht klären, teilte der ÖVP-EU-Abgeordnete Reinhard Rack am Dienstag in einer Aussendung in Straßburg mit. So müsse man sich noch "ernsthaft mit der Frage der periodischen Erneuerung von Führerscheinen und damit verbundenen medizinischen Untersuchungen auseinander setzen".

Mögliche Diskriminierung älterer Autofahrer

Er warnte auch vor einer Diskriminierung älterer Autofahrer durch den EU-Führerschein. "Vor allem, da wir durchaus wissen, dass die Zahl der Unfallhäufigkeit bei Führerscheinanfängern durchschnittlich höher ist als bei der älteren Generation."

In der EU haben bereits elf Staaten einen befristeten Führerschein. Keine regelmäßige Erneuerung der Fahrerlaubnis ist nur in Österreich, Deutschland, Frankreich und Belgien vorsehen. Nach den Plänen der EU-Kommission sollen die alten Führerscheinen in diesen Ländern weiter unverändert auf Lebenszeit gelten. Neu ausgestellte Führerscheine für Pkw und Motorrad sollen aber nur mehr zehn Jahre gelten, ab einem Alter von 65 Jahren nur mehr fünf Jahre. Ärztliche Prüfungen werden beim Umtausch von der EU nicht vorgeschrieben, Mitgliedsländer können dies aber auf eigenen Wunsch einführen.(APA)

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