Regenreichster März seit 104 Jahren in Wien

2. April 2004, 13:49
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Innsbruck hatte weitaus mehr Sonnentage als Graz

Wien (APA) - Der März gab es den Österreichern kalt-warm. Die durchaus abwechslungsreichen Temperaturen sorgen aber dafür, dass das Monatsmittel in großen Teilen des Landes nahe beim Normalwert liegen wird, wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien bekannt gab. In Wien sorgten Niederschläge allerdings für Rekorde.

Nach einem kalten und besonders im Süden und Osten Österreichs schneereichen Märzbeginn stiegen die Temperaturen um die Monatsmitte kräftig. Kurz vor Beginn des astronomischen Frühlings gab es Tage mit über 20 Grad, aber prompt kam der Winter mit Schnee und Kälte zurück und herrschte noch eine Woche über das Land. Erst die letzten Märztage vertrieben die Kälte.

Minus 19,8 Grad in Kärnten

Im Süden und Osten sowie von der Stadt Salzburg nordostwärts könne das Monatsmittel auch bis knapp mehr als ein Grad unter normal ausfallen, schätzen die Meteorologen. Übernormale Mittel sind nur lokal, zum Beispiel in Innsbruck, zu erwarten. Den Tiefpunkt der Winterkälte gab es gleich am 1. März mit minus 19,8 Grad in Gatschach am Weissensee in Kärnten. Der bis heute absolut höchste Wert des Monats, nämlich plus 24,5 Grad, wurde am 18. im steirischen Bad Radkersburg erreicht.

Mühl- und Mostviertel, das Mariazellerland und der Wechsel und danach die Obersteiermark und Teile Oberkärntens bilden die östliche Grenze des mit unternormalen oder normalen Niederschlagsmengen versorgten Teiles Österreichs. Nur 50 bis 60 Prozent des Normalwertes fielen in Bregenz wie in Lienz und im Ausseer Land wie in Lunz.

Niederschlagsrekorde

Dagegen verlief der März im Südosten und Osten Österreichs überdurchschnittlich niederschlagsreich. Klagenfurt und Graz verzeichnen 160 Prozent des langjährigen Durchschnitts, Wien über 200 Prozent und Poysdorf sogar mehr als 300 Prozent. Ein Adriatief trug vom 22. bis 26. auf seiner Bahn über Ungarn Richtung Polen mit ergiebigen Regen- oder Schneefällen wesentlich zu dieser Niederschlagsverteilung bei.

Die in Teilen Ostösterreichs seit Jänner 2004 großen Niederschlagsmengen brachten Wien-Hohe Warte das mit bereits 253 Millimeter niederschlagsreichste erste Vierteljahr seit 104 Jahren. Im Jahr 1900 wurden von 1. Jänner bis 31. März 285 Millimeter Niederschlag gemessen. Ähnlich der Niederschlagsverteilung fällt auch die Bilanz der Neuschneesummen aus. Geringe Mengen etwa in Bregenz, wo nur sechs Zentimeter dazukamen, stehen mehr als 100 Zentimeter in Reutte oder Allentsteig gegenüber.

Schneereichtum

Mit 33 Zentimeter Neuschneesumme verzeichnete Wien den schneereichsten März seit 1987. In der gesamten Schneesaison 2003/04, die teilweise schon im Oktober begonnen hat, liegt ebenfalls Bregenz mit etwa 40 Prozent der üblichen Neuschneesumme am unteren Ende der Rangliste. Einige Orte mit über 200 Prozent des Normalwertes (Bischofshofen, Hörsching, Allentsteig, Eisenstadt) bilden die für die öffentliche Hand kostspielige Spitze.

Sonnentage

Die letzten Märztage verbesserten die Bilanz der Sonnenstunden noch wesentlich. In allen Landeshauptstädten außer Graz wurde der Normalwert an Sonnenstunden bereits erreicht oder überschritten. Spitzenreiter ist Innsbruck mit 182 statt normal 150 Sonnenstunden und bei der relativen Dauer Bregenz mit bereits 133 Prozent des langjährigen Mittels. Graz bildet mit bis heute 118 Sonnenstunden statt normal 141 ausnahmsweise das Schlusslicht.

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