Abdullah und Klestil sprachen über Nahost und Anti-Terror-Kampf

1. April 2004, 17:43
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Schüssel berichtete über Brüsseler EU-Gipfel - Kronprinz trifft auch UN-Generalsekretär Kofi Annan

Wien - Bundespräsident Thomas Klestil hat die politische Bedeutung des saudiarabischen Staatsbesuchs in Österreich zum gegenwärtigen Zeitpunkt in Österreich hervorgehoben. Die Visite finde gerade in einer Zeit statt, die von einer intensiven Suche nach Lösungen für die Konflikte im Nahen Osten, besonders aber auch für die Bedrohung durch den weltweiten Terrorismus geprägt ist, sagte Klestil nach Angaben der Präsidentschaftskanzlei nach den Arbeitsgesprächen vom Mittwoch.

Weiße Hengste

Am zweiten Besuchstag widmete sich der Kronprinz zunächst den weißen Hengsten: Er wohnte einer Sondervorführung der Spanischen Hofreitschule bei und ließ sich von Direktor Werner Pohl die Arbeit der Lipizzaner erläutern. Am Nachmittag waren wieder Gespräche angesagt - zunächst eine Begegnung mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan. Für den frühen Abend wurde laut Präsidentschaftskanzlei eine Dreier-Begegnung zwischen Annan, Klestil und Abdullah im Hotel Imperial anberaumt.

Friedensbemühungen

Das österreichische Staatsoberhaupt habe besonders auf die engagierten Friedensbemühungen des Kronprinzen für den israelisch-palästinensischen Konflikt verwiesen, hieß es am Donnerstag in der Aussendung der Präsidentschaftskanzlei. Der Kronprinz hatte vor zwei Jahren eine eigene Initiative zur Lösung des Nahost-Konflikts gestartet, der inzwischen neuerlich eskaliert ist. Abdullah war direkt von einem Treffen arabischer Führer aus Sharm El Sheikh in Ägypten nach Österreich gereist. Ein in Tunesien geplanter Gipfel der Arabischen Liga war vor wenigen Tagen wegen Differenzen im arabischen Lager abgesagt worden.

Nach den Worten des Bundespräsidenten haben die Anschläge von Riad sowie vor wenigen Wochen in Madrid auf grausame Weise deutlich werden lassen, dass mehr als je zuvor Anstrengungen der Internationalen Staatengemeinschaft notwendig sind, um den Terrorismus erfolgreich zu bekämpfen. Es gelte aber, nicht nur die Symptome, sondern auch die Ursachen zu erkennen und zu beheben, sagte Klestil. Auch in seiner Tischrede beim abendlichen Staatsbankett hob Klestil dieses Thema hervor.

Brüssel-Bericht

In diesem Zusammenhang berichtete der Bundeskanzler über die Diskussionen und Ergebnisse des Europäischen Rates Ende vergangener Woche in Brüssel, der sich ausführlich mit dem Problem des Terrorismus befasste. Konkret wurde von den EU-Staaten unter anderem die Ernennung eines Sonderbeauftragten für die Terrorismusbekämpfung sowie die stärkere Kooperation der Sicherheitsdienste beschlossen.

Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit

Breiten Raum bei den österreichisch-saudiarabischen Gesprächen nahm laut Präsidentschaftskanzlei auch die Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit im Wirtschafts- und Handelsbereich mit Saudiarabien ein, das Österreichs wichtigster Exportkunde in der gesamten arabischen Welt ist. Infrastrukturprojekte, insbesondere Eisenbahn- und Flughafenbauten, könnten der österreichischen Exportwirtschaft weitere Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Abschlussreife Großprojekte sollten mittelfristig das hohe Exportvolumen noch steigern.

Gesprächsteilnehmer

Im Rahmen des Besuches finden diesbezügliche Kontakte der interessierten österreichischen Firmen mit den saudiarabischen Fachministern statt. In der Begleitung des Kronprinzen befinden sich die Minister für Äußere Angelegenheiten, für Finanzen, sowie für Wasser- und Elektrizitätswirtschaft. An den Arbeitsgesprächen in der Hofburg nahmen österreichischerseits neben Klestil und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) Vizekanzler Hubert Gorbach (F), Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V), die Staatssekretäre Alfred Finz (V) und Reinhard Waneck (F) sowie der Präsident der Wirtschaftskammer, Christoph Leitl, teil. (APA)

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    Hohen Besuch empfingen Bundespräsident Klestil und seine Gattin Margot Klestil-Loeffler am Mittwoch in der Hofburg: Kronprinz Abdullah Bin Abdul Aziz Al Saud wird insgesamt drei Tage in Wien verweilen.

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