Externe Lehre gekürzt

3. April 2004, 14:51
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Uni Innsbruck spart bei Lehrbeauftragten

Innsbruck – Den mehr als tausend externen Lehrbeauftragten der Universität Innsbruck drohen zum Teil massive finanzielle Einbußen und sozialrechtliche Schlechterstellungen. Betroffen sind vor allem Lehrbeauftragte mit vier oder weniger Semesterstunden und damit ein Großteil aller Externen, erklärt der Vorsitzende der Sektion Hochschullehrer in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Wolfgang Meixner.

So wurden am Internationalen Sprachzentrum ISI Lehraufträge auf weniger als vier Semesterstunden gekürzt, um möglichst viele Betroffene als (billigere) freie Dienstnehmer zu beschäftigen, erklärt Meixner. Im Unterschied zur Uni Wien gibt es in Innsbruck Angestelltendienstverhältnisse erst ab fünf Semesterstunden. Diese Inhaber von "abhängigen Lehraufträgen" sind künftig nur mehr während des Semesters sozialversichert, also nur noch neun Monate jährlich, und verlieren entsprechend auch Pensionszeiten.

Hatte es bisher für die Einstufung der Lehrtätigkeit drei Kategorien (a, b, c) gegeben, wurde nun "s" (für sonstige) eingeführt. Der dabei "individuell vereinbarte Betrag" führt etwa am ISI dazu, dass die gleiche, bisher mit 3600 Euro im Semester "b"-honorierte Arbeit für vier Semesterstunden plötzlich nur mehr mit 2100 Euro abgegolten wird.

Im Büro der Vizerektorin für Lehre und Studierende, Eva Bänninger-Huber, fühlt sich für diese Kürzungen niemand verantwortlich. Das sei Angelegenheit der einzelnen Organisationseinheiten, meint ein Sprecher der Vizerektorin und fügt hinzu: "Uns Universitäten geht es nicht mehr so gut. Bestimmte Standards sind nicht länger zu halten."

Die Verunsicherung unter den Externen ist groß. Wer bis 1. April nicht unterschrieben hat, dem droht der Verlust des Jobs. (hs/DER STANDARD, Printausgabe, 31.3.2004)

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