Infineon entlässt Schumacher-Vertraute

9. April 2004, 15:39
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Ausscheiden weiterer Mitarbeiter möglich

München - Fünf Tage nach der überraschenden Ablösung von Infineon-Chef Ulrich Schumacher verlassen zwei Manager der zweiten Führungsebene den Münchener Chipkonzern. In Branchenkreisen hieß es, neben den beiden müssten womöglich noch weitere enge Vertraute des in der Öffentlichkeit umstrittenen Vorstandsvorsitzenden ihren Hut nehmen.

"Durch den Rücktritt von Dr. Ulrich Schumacher als Vorstandsvorsitzenden wird sich die Ausrichtung des Corporate Center und der Kommunikation bei Infineon Technologies verändern", teilte der sechstgrößte Halbleiterkonzern am Dienstag in München mit. Der für die zentralen Verwaltungsfunktionen zuständige Leiter des Corporate Centers, Matthias Poth, werde das Unternehmnen ebenso verlassen wie Kommunikationschef Christoph Sieder. Die Trennung erfolge einvernehmlich, Gründe wurden nicht genannt.

Weitere Posten stehen auf dem Spiel

Aus Branchenkreisen verlautete unterdessen, die beiden unterhalb der Vorstandsebene angesiedelten Manager seien keineswegs die einzigen Führungskräfte, die das Unternehmen verlassen müssten. So stehe etwa der Posten der für Personalfragen (People & Organization) zuständige Leiterin Annika Farin auf dem Spiel. Dies berichtete auch das "Handelsblatt". Sieders und Poths Entlassung sei kurzfristig erfolgt, beide seien vom Werksschutz zum Ausgang geleitet worden, hieß es. Infineon lehnte eine Stellungnahme ab.

Infineon hatte am Donnerstagnachmittag überraschend den Rücktritt von Schumacher mitgeteilt und mittlerweile "persönliche Gründe" für das Ausscheiden verantwortlich gemacht. Nach Angaben aus dem Aufsichtsrat waren vor allem Kritik am autoritären Führungsstil des 45-jährigen Managers sowie Strategiefragen für den Rückzug ausschlaggebend. Schumacher selbst hatte sich nicht äußern wollen. Nun hat der Aufsichtsratsvorsitzende und ehemalige BASF-Finanzchef Max Dietrich Kley übergangsweise die Führung des Vorstands übernommen. (APA/Reuters)

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