... doch ein Vermeer

4. April 2004, 20:49
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Vom Fälschungsverdacht befreites Gemälde wird bei Sotheby's versteigert - möglicherweise für mehr als drei Millionen Pfund

Wien/London - Ein jahrzehntelang als Fälschung angesehenes und erst kürzlich dem niederländischen Meister Johannes Vermeer (1632-75) wieder zugeschriebenes Gemälde soll bei seiner Versteigerung bei Sotheby's London am 8. Juli mehr als drei Mio. Pfund (4,5 Mio. Euro) einbringen. Das 20 mal 25 Zentimeter große Gemälde einer bei einem Tafelklavier sitzenden jungen Frau ist nach neuestem Forschungsstand zum insgesamt 36. Bild, das als echter Vermeer gilt, erklärt worden, teilte das Auktionshaus in einer Aussendung mit.

Obwohl das Werk fast seine gesamte Existenz lang als echter Vermeer galt, wurde es Mitte des 20. Jahrhunderts nach einem Fälscher-Prozess als unecht geführt. Der Meisterfälscher Han van Meegeren hatte in dem Prozess angegeben, zwischen 1937 und 1943 sieben Vermeer-Fakes an Museen und Sammler verkauft zu haben. 1993 hat Baron Frederic Rolin, der sich trotz der Echtheits-Zweifel in das Bild verliebt und es 1960 erstanden hat, das Bild neuerlich auf seine Authentizität hin überprüfen lassen.

Nach einem Jahrzehnt der Forschung und Restaurierung wurde die "Junge Frau" Ende des Vorjahres auf das Jahr 1670 datiert und als echter Vermeer bestätigt. Die Ergebnisse sollen in Kürze veröffentlicht werden. (APA)

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