Gudenus: "Systematische Umvolkung"

Redaktion, 15. April 2004 17:39
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    Foto: apa/pfarrhofer

    Johann Gudenus fürchtet sich vor "Umvolkung"

RFJ-Chef übt sich in Nazi-Diktion

Wien - Der Obmann des Rings Freiheitlicher Jugend, Johann Gudenus, benutzt in seiner Kritik an der steigenden Zahl der Einbürgerungen einen Begriff aus der NS-Zeit: "Systematischer Umvolkung sofort ein Ende setzen", so seine Forderung in einer Aussendung Dienstagnachmittag. In der NS-Diktion bezeichnete "Umvolkung" die geplante Veränderung der rassischen Zusammensetzung der Bevölkerung in Polen und in der Tschechoslowakei zum überwiegend "Nordischen" hin.

"Voll einsetzende Umvolkung"

Die Verwendung des Begriffs "Umvolkung" hat bereits einmal für einen erheblichen innenpolitischen Wirbel gesorgt. Im Juli 1998 hatte der FPÖ-Abg. Franz Lafer in einer Debatte zum Staatsbürgerschaftsrecht im Zusammenhang mit der hohen Zahl der Einbürgerungen in Wien und steigenden Geburtenraten bei Ausländern wörtlich von einer "Umvolkung" gesprochen. Nach heftigen Protesten der anderen Parteien zog Lafer den Ausdruck zurück.

In der RFJ-Aussendung von Dienstag heißt es wörtlich: "Angesichts der heute veröffentlichten Zahlen an Neu-Einbürgerungen fordert der RFJ-Obmann Gudenus die verantwortlichen Politiker auf, sofortige Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um die, Anfang der 90er Jahre noch belächelte, jetzt aber voll einsetzende Umvolkung zu verhindern." (APA)

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