RFJ-Chef übt sich in Nazi-Diktion
Wien - Der Obmann des Rings Freiheitlicher Jugend, Johann
Gudenus, benutzt in seiner Kritik an der steigenden Zahl der
Einbürgerungen einen Begriff aus der NS-Zeit: "Systematischer
Umvolkung sofort ein Ende setzen", so seine Forderung in einer
Aussendung Dienstagnachmittag. In der NS-Diktion bezeichnete
"Umvolkung" die geplante Veränderung der rassischen Zusammensetzung
der Bevölkerung in Polen und in der Tschechoslowakei zum überwiegend
"Nordischen" hin.
"Voll einsetzende Umvolkung"
Die Verwendung des Begriffs "Umvolkung" hat bereits einmal für
einen erheblichen innenpolitischen Wirbel gesorgt. Im Juli 1998 hatte
der FPÖ-Abg. Franz Lafer in einer Debatte zum
Staatsbürgerschaftsrecht im Zusammenhang mit der hohen Zahl der
Einbürgerungen in Wien und steigenden Geburtenraten bei Ausländern
wörtlich von einer "Umvolkung" gesprochen. Nach heftigen Protesten
der anderen Parteien zog Lafer den Ausdruck zurück.
In der RFJ-Aussendung von Dienstag heißt es wörtlich: "Angesichts
der heute veröffentlichten Zahlen an Neu-Einbürgerungen fordert der
RFJ-Obmann Gudenus die verantwortlichen Politiker auf, sofortige
Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um die, Anfang der 90er Jahre noch
belächelte, jetzt aber voll einsetzende Umvolkung zu verhindern." (APA)