Zwei Ausstellungen in der Österreichischen Galerie

4. April 2004, 20:49
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Zeitlicher Bogen reicht von der Gotik bis zum Heute

Wien - Das ganze Spektrum ihres kunstgeschichtlichen Interesses, von der Gotik bis zum Zeitgenössischen, präsentiert die Österreichische Galerie mit zwei Ausstellungen im Unteren Belvedere. In der Serie "Bedeutende Kunstwerke: gefährdet - konserviert - präsentiert" wird bereits zum dritten (und letzten) Mal eine Etappe der seit 1985 laufenden und nunmehr abgeschlossenen Restaurierung des spätgotischen "Wiener Neustädter Altars" aus dem Wiener Stephansdom gezeigt. Dazu gibt es im Barockmuseum und im Museum mittelalterlicher Kunst Tuchmalereien von Cecile Nordegg und Jonathan Berkh, die das Ambiente aufnehmen: "Modern Ages. Neu : Alt = Kontinuität"

Mit 1,3 Millionen Euro wurde die aufwändige Restaurierung des 1447 von Kaiser Friedrich III. gestifteten und 1885 in Wiener Neustadt für St.Stephan angekauften Altares rund doppelt so teuer wie ursprünglich kalkuliert, erläuterte Manfred Koller vom Bundesdenkmalamt bei der heutigen Presseführung. Das bis zu zehnköpfige Restauratorenteam arbeitete an die 40.000 Arbeitsstunden, schließlich war die gigantische Fläche von rund hundert Quadratmetern gotischer Oberflächengestaltung zu bewältigen. Diese (u.a. auch durch Infrarotaufnahmen dokumentierte) Arbeit lässt sich anhand der Innenflügel nun ein letztes Mal aus der Nähe begutachten, ehe die Retabeln (Altar-Aufsätze) wieder in den Nordchor des Stephansdoms zurückkehren.

Kleineres Budget

Für das Bundesdenkmalamt stellt die in Kooperation mit der Österreichischen Galerie laufende Ausstellungsserie auch einen Teil der notwendigen PR-Arbeit in eigener Sache dar, meinte Koller. Schließlich halte man gegenwärtig bei einem geringeren Budget als etwa 1994.

Die beiden in Wien lebenden Künstler Cecile Nordegg und Jonathan Berkh haben in großen Stoff- und Papierbahnen die Farben der Ausstellungsräume und -objekte aufgenommen und mit neuen Farben ergänzt. Bis zu 23 Meter lange Teile der abstrakten Malerei werden auf metallenen, gerüstähnlichen Leitern mitten in der Schausammlung aufgehängt und drapiert und stellen so gleichsam dreidimensionale gemalte Kommentare zur Umgebung dar - moderne Kunst trifft auf alte Kunst. Ihre nächste künstlerische Intervention führt die beiden in die Kathedrale von Reims. (APA)

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