"Interfaces to Music"

5. April 2004, 12:05
posten

Wiener Forschungsfonds fördert zehn Creative-Industries-Projekte mit drei Millionen Euro - Josefsplatz wird virtuell nachgebildet

Wien - Zehn wissenschaftliche Projekte aus dem Fachgebiet "Creative Industries" werden 2004 vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) unterstützt. Die Projekte, die mit insgesamt drei Millionen Euro gefördert werden, wurden am Dienstag in der wöchentlichen Pressekonferenz des Bürgermeisters Michael Häupl (S) präsentiert. Eingereicht wurden 50 Forschungsvorhaben.

Mit dem 2001 ins Leben gerufenen WWTF soll wissenschaftlichen Projekten unter die Arme gegriffen werden, die über reine Grundlagenforschung hinaus eine Verwertungsperspektive erreichen können. Bei heuer geförderten "Creative Industries" handle es sich um eine "ausgesprochen lustbetonte Angelegenheit", freute sich Häupl. Darunter fallen die Bereiche Multimedia-Entwicklung ebenso wie Design und Mode.

Wenige große Projekte

Man wolle lieber wenige große als viele kleine Projekte fördern, vertrat WWTF-Geschäftsführer Michael Stampfer die Auswahl des Fonds. So beträgt die Summe, die den Siegern zur Verfügung gestellt wird, jeweils 270.000 oder 370.000 Euro.

"The Josefsplatz Experience"

Im Vorhaben "The Josefsplatz Experience" (Fördersumme 370.000 Euro) soll beispielsweise dieser Wiener Stadtraum in zweieinhalb Jahren virtuell nachgebildet werden. Mit Hilfe historischer Fotografien möchte ein Team um Konrad Karner vom Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung einen "begehbaren" Platz entstehen lassen. Auch für Wiener könnte der virtuelle Platz interessant sein, da der Besucher auf eine Zeitreise durch die Bauphasen des Josefsplatz genommen wird.

"Interfaces to Music"

Das Österreichische Forschungsinstitut für Artificial Intelligence arbeitet hingegen an "Interfaces to Music", das auf drei Jahre angelegt und ebenfalls mit 370.000 Euro dotiert ist. Gerhard Widmer möchte hier Melodien auf neue Art erlebbar machen und unter anderem neue Computermethoden der Interaktion mit Musik entwickeln. "Dahinter stecken komplizierte mathematische Methoden", versicherte Stampfer und freute sich darüber, dass bereits der Klavierbauer Bösendorfer Interesse bekundet habe.

Beim WWTF läuft inzwischen schon die nächste Ausschreibung. Seit dem 15. März soll mit einer so genannten Stiftungsprofessur ein Team aus Bioinformatikern für 1,5 Millionen Euro nach Wien gelockt werden, um die "Schwäche auszugleichen" die Wien in diesem Bereich noch habe, so Häupl. (APA)

  • Artikelbild
    fotodisk
Share if you care.