Ex-Gendarm sagte aus - Er hörte Kinderstimmen bei Durchsuchung in Dutroux-Anwesen

1. April 2004, 21:31
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Eltern: Zwei achtjährige Mädchen hätten gerettet werden können

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Kindermörder Marc Dutroux hat sich ein ehemaliger Ermittler Vorwürfen stellen müssen, durch schlampige Arbeit den Tod zweier Mädchen in Kauf genommen zu haben. Der frühere Gendarm Rene Michaux sagte am Dienstag vor dem Schwurgericht im südbelgischen Arlon aus, er habe im Dezember 1995 bei einer Hausdurchsuchung in einem Dutroux-Anwesen in Marcinelle das Kellerversteck nicht finden können, in dem der vorbestrafte Vergewaltiger die beiden achtjährigen Mädchen Julie und Melissa gefangen hielt. Dutroux, der zu diesem Zeitpunkt wegen Diebstahls in Haft saß, will die Mädchen bei seiner Entlassung im März 1996 verhungert in dem Keller aufgefunden haben.

"Sehr beunruhigend"

Michaux hörte nach eigenen Angaben zwar ein "Flüstern" in dem Keller, nahm aber an, die Kinderstimmen kämen von der Straße. Der 50-Jährige räumte ein, er habe nicht den Reflex gehabt, die Namen der beiden Mädchen zu rufen. Julie und Melissa waren zu diesem Zeitpunkt bereits rund ein halbes Jahr vermisst. Julies Vater Jean-Denis Lejeune äußerte in der Anhörung schwerwiegende Zweifel an den Aussagen Michaux, die er "sehr beunruhigend" nannte. Die Eltern der beiden Mädchen werfen den Ermittlern gemeinsam mit den Dutroux-Anwälten Versagen vor. (APA)

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