Peter Rzehak beendete Karriere

6. April 2004, 23:28
3 Postings

Für einen WC-Sieg hat es auch aufgrund zahlreicher Verletzungen nicht gereicht: "Hatte eine schöne Zeit mit dem ÖSV" - Highlight: Zweiter in Kitzbühel 99

Innsbruck - Peter Rzehak hat am Dienstag wie erwartet das Ende seiner Karriere als alpiner Skirennläufer erklärt. "Es hat sich in diesem Winter schon abgezeichnet, dass ich aufhöre. Leistungsmäßig war ich zwar noch dabei, doch nach meiner Arthroskopie Mitte Februar hat mir Dr. Christian Fink das Karriereende nahe gelegt", sagte der 34-jährige Tiroler am Dienstag auf seiner Abschiedspressekonferenz in Innsbruck. "Ich hatte eine schöne Zeit mit dem ÖSV mit einigen Tiefs wegen meiner Verletzungen, aber auch mit vier zweiten Plätzen im Weltcup."

Highlight: Kitzbühel 99

Insgesamt fünf Mal landete der Familienvater auf dem Weltcup-Podest, neben seinen zweiten Rängen in den Abfahrten von Garmisch 1993, Wengen 1995, Kitzbühel 1999 und Garmisch 2001 auch im Super G von Garmisch 1993. "Das tollste Rennen war für mich sicher Kitzbühel 1999", erinnert sich Rzehak gern an jenen Tag auf der Streif, an dem er nur von seinem steirischen Teamkollegen Hans Knauß bezwungen worden war.

Doch nicht nur sportlich hat der Mauracher, der 15 Jahre lang Top-Ten-Plätze herausgefahren hat, Stärke demonstriert, sondern auch bei seinen zahlreichen Comeback-Versuchen. Insgesamt vier Mal erlitt der "ÖSV-Pechvogel" schwere Knieverletzungen, drei Mal riss das Kreuzband (1992, 1993 und 2000), ein Mal die Patellarsehne (1996), dazu kamen noch ein Daumenbruch, seine erste schwerer Blessur am 1. Dezember 1989, sowie eine Schulterluxation im Jänner 1999.

"Ein unglaublich großes Kämpferherz"

"Peter war bei uns nicht nur als Sportler, sondern auch als Mensch sehr beliebt. Er hat ein unglaublich großes Kämpferherz. Nach den schweren Verletzungen hat er es immer wieder geschafft, sich an die Spitze zurückzukämpfen. Für mich ist er deshalb ein ganz Großer", meinte ÖSV-Alpinchef Heinz Pum in seiner Laudatio.

Heuer musste der Speed-Spezialist permanent in die ÖSV-interne Qualifikation, sein letztes Rennen bestritt er am 22. Jänner in Kitzbühel, wo er 15. in der Abfahrt wurde. Mitte Februar musste Rzehak die Saison vorzeitig beenden, da wegen Ablagerungen ein chirurgischer Eingriff am Außenmeniskus notwendig geworden war.

Der richtige Zeitpunkt

"Ich habe zwei Monate nach meinem schweren Sturz 2000 in Wengen, als ich mit einem neuerlichen Kreuzbandriss im Netz gehangen bin, schon über ein Karriereende nachgedacht. Aber Gott sei Dank habe ich weitergemacht. Doch jetzt habe ich gespürt, dass es der richtige Zeitpunkt für mich ist, meine Karriere zu beenden. Natürlich hätte ich gerne ein Rennen gewonnen, aber wenigstens bin ich zwei Mal Trainingsbestzeit gefahren - heuer in Bormio und Wengen", betonte Rzehak.

Doch beide Bestzeiten nutzten ihm nichts. In Bormio fand Ende Dezember wegen Schlechtwetters kein Rennen statt, und in der Schweiz stand schon vor dem Training fest, dass er unabhängig von seiner Trainingsleistung nur zuschauen durfte, weil der ÖSV schon vor dem einzigen Übungslauf das Team aufgestellt hatte.

ÖSV hofft auf Rückkehr als Trainer

Rzehak wird nun in der Firma Sitour von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel mitarbeiten. "Da kann ich endlich zeigen, dass ich noch was anderes als Skifahren kann. Aber ich werde daneben sicher die Skilehrer- und Trainerausbildung machen." Im ÖSV hofft man daher auf eine Rückkehr von Rzehak als Betreuer, wie ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner zum Ausdruck brachte: "Ich würde mich freuen, wenn dein Weg dich zum ÖSV zurückführt."

Noch keine Entscheidung bei übrigen Fahrern

Wie es um die Zukunft von Abfahrts-Ex-Weltmeister Hannes Trinkl, Werner Franz und Josef Strobl bestellt ist, steht dagegen weiter in den Sternen. "Es hat noch keine Gespräche mit ihnen gegeben", erklärte ÖSV-Alpinchef am Rande der Abschieds-PK von Rzehak. "Entscheidungen sind erst nach Ostern zu erwarten." Während Trinkl und Franz überlegen, ihre Karriere ebenfalls zu beenden, könnte Strobl den Verband wechseln.(APA)

PETER RZEHAK
(34 Jahre):

Geboren:
8.2.1970 in Brixlegg

Wohnort:
Maurach/Tirol

Größe:
1,72 m

Familienstand:
verheiratet mit Manuela - zwei Kinder (Peter/10 und Sandra/8)

Verein:
SV Achensee

Größte Erfolge:
5 Podestplätze im Weltcup (4 Abfahrt, 1 Super G) Insgesamt 25 Weltcup-Top-10-Plätze in 15 Karriere-Jahren Junioren-WM Bronze in Abfahrt und Super-G 1988

  • Peter Rzehak am Höhepunkt seiner Karriere: Zweiter Platz auf der Streif 1999 hinter Hans Knauss.

    Peter Rzehak am Höhepunkt seiner Karriere: Zweiter Platz auf der Streif 1999 hinter Hans Knauss.

Share if you care.