Unisex-Prämien kommen

22. April 2004, 20:27
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Mehrheit im EU-Parlament dafür

Straßburg - Männer und Frauen sollen in Zukunft die gleichen Versicherungsprämien zahlen. Dafür hat sich das Europaparlament am Dienstag mit großer Mehrheit ausgesprochen. Höhere Beiträge für Frauen bei Gesundheits- und Lebensversicherungen seien nicht zu rechtfertigen, sagt die SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets, die als Berichterstatterin federführend an der Position des EU-Parlaments mitgearbeitet hat, am Dienstag in Straßburg.

Die Meinung des EU-Parlaments ist in dieser Frage nicht rechtlich bindend. Da sich aber die Positionen von Abgeordneten und EU-Kommission im Wesentlichen decken, erwartet Prets nun starken politischen Druck auf die Mitgliedsländer, die über das neue EU-Rahmengesetz entscheiden müssen, künftig "Unisex-Tarife" vorzuschreiben.

Ungerecht: "Risiko" Schwangerschaft

Gänzlich inakzeptabel sei, so Prets, dass nur Frauen für das "Risiko" einer Schwangerschaft höhere Prämien zahlen müssen, obwohl Männer an der Entstehung der Kinder gleich beteiligt seien. Frauen würden damit für das Kinderkriegen bestraft. Aber auch die statistischen Daten zur Lebenserwartung seien nicht objektiv, sagt Prets. Regionale Schwankungen seien oft höher als die Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Allerdings räumt Prets ein, dass die Entscheidung, das Geschlecht bei der Berechnung von Versicherungsprämien nicht zu berücksichtigen, eine politische und nicht eine rein wirtschaftliche wäre. Am 6. Juni werden die EU-Staaten im EU-Ministerrat darüber entscheiden. "Ich hoffe, die Minister werden sich bis dorthin bewusst, dass die Versicherungslobby mit ihren Argumenten sehr einseitig und gegen jeden neuen gerechten Ansatz gearbeitet hat", sagt Prets. (APA)

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