Neuer Prosaband von Julian Schutting erschienen

5. April 2004, 19:00
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Am 22. April liest der Autor in der "Nacht der erotischen Geschichten"

Wien - Märchen und Zeitungsmeldungen, kirchliche Bräuche und filmische Bilder, Traumfetzen und Fantasiegebilde: Der im Residenz Verlag erschienene neue Prosaband von Julian Schutting bietet "Nachtseitiges" in düsterster Form. Am kommenden Samstag (3. April, 10.05 Uhr) ist Schutting Gast im Österreich 1-"Klassik-Treffpunkt" im KulturCafe des Wiener RadioKulturhauses. Schlaflosigkeit der angenehmeren Form verspricht dort ein weiterer Besuch des Autors: Am 22. April liest er in der "Nacht der erotischen Geschichten".

Der 1937 in Amstetten geborene und seit langem in Wien lebende Schriftsteller ist als sensibler Beobachter und poetischer Geschichtenerzähler bekannt. In seinem neuesten Werk hat er es jedoch darauf angelegt, die Leser mit Gänsehaut und Gruselschauern zu versorgen. Aus den Abgründen des Alltäglichen tauchen Tragödien auf, in denen die Märchen der Gebrüder Grimm ebenso fortgeschrieben werden wie die Chronikseiten der Boulevardzeitungen. In den Kapiteln "Nachtschatten", "Dämmerschatten" und "Schlagschatten" wird nicht nur der gemeinen Gemeinheit Platz gegeben, sondern auch der mit besonderer Lust auf die Spitze getriebenen Grausamkeit.

Dass Täter und Opfer, Peiniger und Märtyrer in seltsamer Verstrickung aneinander gebunden sind, zeigen die Texte ebenso wie die nahe Verwandtschaft des Grässlichen und des Komischen. Nicht nur in den von Schutting durchgespielten Varianten eines möglichst schonungsvollen Versuches, die Unglücksbotschaft eines Unfalls mit dreifacher Todesfolge zu überbringen, beweist der Autor, dass er in die finstersten Winkel des bösen Wiener Humors zu leuchten versteht. (APA)

Julian Schutting: "Nachtseitiges", Residenz Verlag, 150 Seiten, 17,90 Euro, ISBN 3-7017-1367-7
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