Geschichte wird gemacht

4. April 2004, 20:17
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Internationales Filmsymposion zu Kanonisierung und Cinephilie bis Sonntag im Österreichischen Filmmuseum

Wien - Ein Kanon - weniger als Bestenliste denn als "Richtschnur" - setzt Normen, die nicht zuletzt auf die Sammlungspolitik der Filmarchive wirken und damit auch die Überlieferung nachhaltig mitbestimmen. Nicht selten verändern nachgetragene Fundstücke den Blick auf die Geschichte des Mediums, wie dies etwa in den letzten zwei Jahrzehnten in Bezug aufs frühe Kino der Fall war.

Nicht selten sind solche Funde, ist der Kanon (und Gegenkanon) der Sammel- und Vermittlungsarbeit obsessiver Filmliebhaber geschuldet.

Unter dem Titel film. geschichte. schreiben. Kanonisierung und die Liebe zum Kino veranstalten das Österreichische Filmmuseum und Synema - Gesellschaft für Film und Medien nun eine viertägige, internationale Konferenz, die sich mit der Verbindung von Bewahren und Präsentieren in ziemlich unterschiedlichen Kontexten beschäftigt.

Erinnerungsspeicher

Im Zentrum der mehr als 20 Beiträge (Vorträge, Podiumsdiskussionen und eine Exkursion in den Narrenturm) stehen gewissermaßen Arbeitsberichte, welche das Tätigkeitsfeld der Filmgeschichtsschreibung, der Filmwissenschaft oder der Filmmuseen ebenso umfassen wie die Filmkritik, kuratorisches Arbeiten oder die Konzeption von Studiengängen. Weiters geht es etwa um Geschichtsvermittlung im digitalen Medienverbund, im Kunstkontext oder auch um Filme, die ihrerseits als Erinnerungsspeicher, als vitale Archive fungieren. (irr / DER STANDARD, Printausgabe, 1.4.2004)

"film. geschichte. schreiben", 1. bis 4. 4. im Österreichischen Filmmuseum, 1., Augustinerstraße 1, Eröffnung: Do, 15.30

Link

Filmmuseum.at

  • Rarer psychologischer Film noir aus Schweden: "Girl with Hyacinths /Flicka och Hyacinter". Regie: Hasse Ekman 1950. Mit Eva Henning - und einer Einführung von Paolo Cherchi Usai.
    foto: filmmuseum

    Rarer psychologischer Film noir aus Schweden: "Girl with Hyacinths /Flicka och Hyacinter". Regie: Hasse Ekman 1950. Mit Eva Henning - und einer Einführung von Paolo Cherchi Usai.

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