Appetit auf Sex bleibt

22. April 2004, 19:53
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Studie: Frauen zwischen 50 und 70 wollen mehr Qualität als Quantität

Berlin - Für Frauen zwischen 50 und 70 Jahren spielt Sex eine größere Rolle als vielfach angenommen: Zwar haben viele nicht mehr so oft Verkehr wie in jüngeren Jahren, aber die Qualität wird den Frauen dafür umso wichtiger. Das geht aus einer repräsentativen Studie mit 521 Frauen hervor, welche die Medizinpsychologin Beate Schultz-Zehden von der Berliner Charite durchgeführt hat. "Frauen ab 50 sind heute anders drauf als früher. Sie haben einfach noch mehr Lebenshunger - und das gilt auch für die Sexualität", bilanziert Schultz-Zehden.

Genuss und ja nur keine "Verpflichtung"

Zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr wünschen sich die befragten Frauen demnach durchschnittlich mehrmals im Monat Sex. Zwischen 65 und 70 Jahren hingegen möchte die Hälfte von ihnen gar keine sexuelle Beziehung mehr. Generell zeigt die Studie: Sowohl die Lust als auch ein befriedigendes Sexualleben hängen nicht von der Dauer, sondern von der Qualität der PartnerInschaft und des Sexuallebens in früheren Jahren ab. Stimmte Letzteres nicht, dann nutzten viele Frauen das Älterwerden, um sich von einem als "Verpflichtung" empfundenen Sex zu befreien, sagt die Medizinpsychologin.

Mehr Wünsche als reale Umsetzung

Generell war der Wunsch nach sexuellen Kontakten größer als die tatsächlich gelebte Sexualität. So erlebt ein Viertel der 50- bis 55-Jährigen keine sexuelle Aktivität mehr, bei den 65- bis 70-Jährigen sind es bereits zwei Drittel. Andererseits fand Schultz-Zehden erste Hinweisen auf einen Wandel: Eine kleine Gruppe so genannter sexuell emanzipierter Frauen zwischen 50 und 65 berichtet über ein äußerst erfülltes Sexualleben, das sie auch aktiv gestalten. "Hier spielt der Anspruch auf höhere Lebensqualität eine Rolle. Schließlich liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei 81 Jahren und die Frauen nach der Menopause haben noch Jahrzehnte vor sich." (APA/dpa)

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