Sisi-Kapelle am Cobenzl wird renoviert

2. April 2004, 21:35
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Neugotisches Mausoleum aus Anlass der Kaiserhochzeit 1854 errichtet - Sanierung um 1,1 Millionen Euro

Noch sieht sie aus, als könnte die neugotische Ruine im Schatten alter Wienerwaldbäume jeden Moment in sich zusammenfallen. Tatsächlich ist für die Sisi-Kapelle am Cobenzl aber die Zeit der Wiedererstehung gekommen: Insgesamt 1,1 Mio. Euro werden vom Kuratorium Wald in die Sanierung des Mausoleums gesteckt, bis Jahresende soll sie in neuem Glanz erstrahlen.

Seit man sie der Caritas im Jahr 2002 um 3.500 Euro abgekauft hat, wurden schon erste Schritte zur Rettung des Gebäudes gesetzt: Schutt und schadhaftes Material sind weggeschafft, eine Feuchtigkeitsisolierung angebracht, im Fußboden Vorbereitungen für eine Heizanlage getroffen. Auch die Zinkgusselemente über dem Portal sind bereits zu Restaurationszwecken demontiert, führte Gerhard Heilingbrunner aus.

Spatenstich am 14. April

Am 14. April folgt nun unweit des Lebensbaumkreises Am Himmel der festliche Spatenstich zur Revitalisierung und künstlerischen Neugestaltung. Die Kapelle bekommt ein gläsernes Dach und wird von Architekt Hans Hoffer im Inneren mit 14 Flachbildschirmen ausgestattet, die - ausgelöst durch Bewegungsmelder - Szenen aus der Umwelt und der Natur zeigen sollen.

Die Stadt Wien, konkret der Altstadterhaltungsfonds, leistet dazu einen Beitrag von 475.000 Euro, wie Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) bekannt gab. 300.000 Euro fehlen noch, sie sollen durch eine Spendenaktion aufgebracht werden.

Sisi hat "ihre" Kapelle nie besucht

Der im Juli 1856 geweihte Sakralbau wurde anlässlich der Vermählung von Elisabeth ("Sisi") und Kaiser Franz Joseph I. am 24. April 1854 errichtet. 150 Jahre nach diesem Ereignis soll sie in neuem Glanz erstrahlen, auch wenn die Kaiserin selbst "ihre" Kapelle wohl nie besucht hat. Der Unternehmer Johann Carl Freiherr von Sothen hat mit der Kapelle nämlich vor allem sich selbst ein Denkmal gesetzt.

Sothen - ihn traf eine Kugel seines Jagdaufsehers - und seine Frau wurden darin auch zur letzten Ruhe gebettet. Im Zuge der ersten Renovierungsarbeiten wurden die Grüfte des in der Bevölkerung angeblich äußerst unbeliebten Paars wieder entdeckt und neben der Kapelle neu bestattet.

Die Kapelle beim Ausflugsgebiet "Am Himmel" in Wien-Döbling war zuletzt aber alles andere als ein Schmuckstück. Einst gerne besucht und lange Zeit umgeben von einer Gartenlandschaft samt Teichen im englischen Stil, wurde sie im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Erst ein Bescheid des Bundesdenkmalamtes vom 30. April 1975 rettete den Bau vor der endgültigen Zerstörung.

Fenster und Eingang wurden wenig später zugemauert, um das Gebäude vor Vandalismus zu schützen. Seither dämmerte es einer besseren Zukunft entgegen. Das ehemalige Altarbild von Leopold Kuppelwieser (1856) wurde demontiert und im Jahre 1960 restauriert. Seit 1986 befindet es sich im Wiener Dom- und Diözesanmuseum. (APA)

Informationen über das Projekt gibt es auch im Internet unter sisi-kapelle.at
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    Die "Sisi"-Kapelle

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