Museum gehen Neandertaler-Zähne verlustig

5. April 2004, 12:01
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Wissenschaftlicher Wert nur für Spezialisten erkennbar

Mettmann - Das Neanderthal-Museum in Mettmann bei Düsseldorf hat nach dem Diebstahl von Zähnen eines Frühmenschen an die unbekannten Täter appelliert, ihre wissenschaftlich bedeutsame Beute zurückzugeben. "Die gestohlenen Funde haben keinen Marktwert", betonte die Museumsleitung am Dienstag. "Ihr wissenschaftlicher Wert ist nur für Spezialisten erkennbar." Vor diesem Hintergrund seien die Motive der Diebe "mysteriös". Unklar sei auch, warum nur zwei von insgesamt 32 ausgestellten Knochen- und Zahnfragmenten gestohlen worden seien.

Milch- und Backenzahn

Der Diebstahl eines Milchzahns sowie des Backenzahns eines Erwachsenen war am Montag bekannt geworden. Zwar hatten Mitarbeiter des Museums nach Polizeiangaben bereits vor einigen Tagen das Fehlen eines der beiden Zähne bemerkt. Allerdings maßen sie demnach ihrer Beobachtung keine große Bedeutung bei, da immer wieder einzelne Exponate aus dem Ausstellungsbereich zur Pflege und Reinigung in die Museums-Werkstatt gebracht werden. Als am Montag jedoch ein weiterer Zahn fehlte, erstattete die Museumsleitung umgehend Strafanzeige.

Von langer Hand vorbereitet

Das Museum geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Diebstahl von langer Hand vorbereitet wurde und die Täter über genaue Ortskenntnisse verfügten. Die beiden Zähne waren demnach mit 30 weiteren Knochen- und Zahnfragmenten in zwei Vitrinen ausgestellt, die von den Dieben aufgeschraubt wurden. Aus jeder Vitrine wurde jedoch nur ein Stück gestohlen. Unklar blieb dem Museum zufolge zunächst, wie die Tat "trotz der ständigen Beaufsichtigung des Ausstellungsbereichs" gelingen konnte. Die wissenschaftliche Auswertung der bei einer Grabung im Jahr 2000 gefundenen Zähne ist den Angaben zufolge noch nicht abgeschlossen. (APA)

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    Ein Archivbild aus besseren Tagen: Neandertaler-Milchzahn noch im Museum

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