Heeresgeschichtliches Museum in Wien öffnet zwei große Säle

5. April 2004, 12:01
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1.500 Quadratmeter sind dem Zeitraum 1879 bis 1866 zugedacht

Wien - Noch dringt ab und zu Hämmern durch die Absperrung, und hektische Betriebsamkeit wird erst in einigen Wochen vom leisen Geflüster der Besucher abgelöst werden - doch das Heeresgeschichtliche Museum (HGM) in Wien bereitet sich schon voller Vorfreude auf die für 26. Mai geplante Wiedereröffnung jener beiden Großsäle vor, die dem Zeitraum 1789 bis 1866 gewidmet sind.

Rund vier Jahre waren die wertvollen Exponate und Gemälde in den Depots verschwunden, um Platz für die Handwerker zu schaffen, die während der aufwendigen Renovierung nicht weniger als 1.750 Kilogramm Wandfarbe verbrauchten. Kein Wunder, die rund 1.500 Quadratmeter entsprechen in etwa einem Viertel der gesamten HGM-Ausstellungsfläche.

Revolutionssaal

Der Revolutionssaal und der dem Feldmarschall Radetzky gewidmete Raum beschäftigen sich mit einer äußerst spannenden Epoche unserer Geschichte: Den Kriegen mit Frankreich nach dem Sturz der Bourbonen sowie gegen Napoleon. Aber auch danach ging es in Europa alles andere als friedlich zu - auch im eigenen Land, wie das Jahr 1848 beweist. Die Auseinandersetzungen rund um die italienischen Freiheitsbestrebungen gipfelten in den Schlachten von Magenta und Solferino (1859), während Königgrätz mit dem Sieg der Preußen 1866 die Kleindeutsche Lösung brachte.

Uniformen und Waffen

Ab 26. Mai wird es im HGM für die Öffentlichkeit wieder zahlreiche faszinierende Exponate aus dieser Epoche zu sehen geben: Etwa die großen Gemälde von Johann Peter Krafft, viele Uniformen und Waffen der k.k. Armee und des französischen Heeres, das älteste noch erhaltene militärische Luftfahrzeug der Welt, ein französischer Kriegs-Ballon, und schließlich der Mantel des russischen Generals Schuwalow, in dem Napoleon unerkannt nach Elba gebracht wurde. Ein einzigartiges Dokument ist das Original des Abdankungsbriefes von Feldmarschall Radetzky. Und die Monumentalgemälde von Vaclav Sochor zeigen schonungslos die Schrecken des Krieges von 1866. (APA)

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