Deutsche Telekom - Nachteile durch US-Mobilfunk-Fusion möglich

6. April 2004, 10:13
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Konzern hält sich im Geschäftsbericht bei konkreten Prognosen für 2004 zurück

Die Deutsche Telekom schließt entgegen bisheriger Annahmen nicht mehr aus, dass sie durch die geplante Fusion der US-Mobilfunkkonkurrenten Cingular und AT&T Wireless Geschäftseinbußen erleiden könnte. Mit konkreten Prognosen für das laufende Jahr hielt sich der Konzern in seinem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht zurück.

Im Fall

"Im Falle einer Konsolidierung unter den national tätigen Mobilfunkunternehmen ohne Beteiligung von T-Mobile USA könnten mittel-/langfristig Wettbewerbsnachteile mit negativen Einflüssen auf das Wachstum und die Profitabilität entstehen", schreibt die Telekom in ihrem Geschäftsbericht für das Jahr 2003, dessen Eckdaten bereits auf der Bilanzpressekonferenz vor fast drei Wochen bekannt gegeben wurden.

Vorteile

Bisher hatte die Telekom prognostiziert, die eigene US-Mobilfunktochter T-Mobile USA werde von den Vorteilen profitieren, die eine Konsolidierung der Branche mit sich bringe. Negative Effekte hatte der größte europäische Telekom-Konzern ausgeschlossen.

Die Mobilfunktochter der US-Festnetzanbieter SBC Communications und Bell South, Cingular Wireless, hatte Mitte Februar das Bietergefecht mit dem weltgrößten Mobilfunkkonzern Vodafone um den drittgrößten US-Mobilfunkkonzern AT&T Wireless für sich entschieden. Durch die Übernahme mit einem Volumen von 41 Mrd. Dollar würde Cingluar mit 46 Mio. Kunden Branchenführer. T-Mobile USA rangierte Ende 2003 mit 13,1 Mio. Kunden an fünfter Stelle unter den sechs landesweiten US-Mobilfunkanbietern.

Stärker

Trotz einer erwarteten Konjunkturbelebung hält sich die Telekom bei ihren Geschäftsprognosen für das laufende Jahr weiterhin zurück. Im Geschäftsbericht wurde lediglich eine "wiederholte Stärkung" des operativen Ergebnisses (Ebitda) und ein "weiter wachsender Konzernumsatz" prognostiziert.

Der Konzernüberschuss soll dem Geschäftsbericht zufolge trotz höherer Steuerbelastung auf Grund von Umsatzzuwächsen und Kosteneinsparungen steigen. Ihre im November 2003 abgegebene Prognose eines Ergebnisses vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) von 19,2 (Vorjahr 18,3) Mrd. Euro für 2004 wiederholte die Telekom im Geschäftsbericht nicht. Auch für die Konzernsparten veröffentlichte die Telekom keine Planzahlen für Umsatz und Ergebnis. (APA/Reuters)

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