UN warnen vor zu viel Müll auf letzten Inselparadiesen

1. April 2004, 14:25
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Umweltgipfel in Südkorea - Müllprobleme weitgehend auf den Tourismus zurückzuführen

Die Vereinten Nationen haben auf ihrem Umweltgipfel in Südkorea vor einer wachsenden Vermüllung der letzten Inselparadiese gewarnt. Die kleineren Inselstaaten verfügten nicht über das Geld oder den Platz, um Müllberge und Abwässer zu entsorgen, hieß es in einem Bericht des UNO-Umweltprogramms (UNEP). Der Bericht wurde am Dienstag, dem zweiten Tag des Gipfeltreffens, auf der südkoreanischen Ferieninsel Jeju vorgestellt.

Plastikmüllmenge verfünffacht

Seit Beginn der 90er Jahre habe sich die Plastikmüllmenge auf den kleinen Inseln verfünffacht, hieß es in dem Bericht weiter. Dort gebe es aber nicht ausreichend Platz für Deponien, Verbrennungs- oder Aufbereitungsanlagen. In der Karibik fließen daher den Angaben zufolge 90 Prozent der Abwässer ungeklärt ins Meer, im Pazifik sind es sogar 98 Prozent. Weltweit erkranke einer von 20 Schwimmern nach seinem Ausflug ins Meer, sagte der Leiter der Studie, Veerle Vandeweed.

Tourismus als Ursache

Die Müllprobleme sind nach Angaben der Vereinten Nationen weitgehend auf den Tourismus zurückzuführen. Allerdings entstehe nicht beim Betrieb der Ferienanlagen der größte Umweltschaden, sondern bereits bei deren Bau. Diese Entwicklung könne den Inselstaaten schaden, wenn ihr Ruf als Urlaubsparadies leide. Als Beispiel wurde die Pazifikinsel Nauru angeführt, deren Küstenlinie auf Luftaufnahmen blau-grün erscheine, weil dort so viele leere Bierdosen lägen.

Eine Gruppe aus 45 Inselstaaten hat sich zur Allianz der Kleinen Inselstaaten zusammengeschlossen, um das Problem gemeinsam mit Hilfsorganisationen und privaten Investoren anzugehen. Die Diskussionen in Jeju sollen als Grundlage für die Gespräche mit der UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung im kommenden Monat in New York dienen. (APA)

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