Kreditkarten mit Chip soll Internet-Umsätze ankurbeln

6. April 2004, 10:10
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Visa Österreich startet Ausgabe ab Juli - Umstellung der Terminal auf neuen Sicherheitsstandard soll Anfang 2005 starten

Visa Österreich wird voraussichtlich ab Juli dieses Jahres die ersten mit einem Mikro-Chip versehenen Kreditkarten ausgeben. Die neuen Kreditkarten, die mit dem so genannten EMV (Europay/Mastercard/Visa)-Chip ausgestattet sind, sollen die Sicherheit deutlich verbessern. Mit der Umstellung der Terminals auf Chip-Tauglichkeit soll zu Jahresbeginn 2005 gestartet werden, derzeit werde die entsprechende Software entwickelt, sagte Visa Österreich-Chef Helmut Nahlik im Gespräch.

Magnetstreifen noch vorhanden

Die neuen Kreditkarten sind aber nach wie vor mit einem Magnetstreifen ausgestattet, da die Umstellung der Terminals weltweit noch einige Zeit dauern dürfte bzw. in einigen Regionen noch gar nicht in Planung ist. Nahlik erwartet noch viele Jahre des Parallel-Laufens der beiden Systeme. Spätestens Mitte 2006 werden alle Visa-Karten in Österreich mit einem Chip ausgestattet sein, die wegen des Ablaufens erneuert werden.

Bezahlt wird bei einem Chip-Terminal durch die Eingabe eines PIN-Code, so wie derzeit bei der Bankomat-Kasse. Der Karteninhaber muss für die Chip-Karte nicht mehr bezahlen als bisher, den Visa-Vertragspartner werde die Terminalumrüstung etwas kosten. Da die Kosten für die Herstellung einer Chip-Karte ungefähr zehn Mal so hoch sind wie für jene die nur mit Magnetstreifen ausgestattet sind, soll die Laufzeit von derzeit zwei auf drei Jahre umgestellt werden.

Neuer Sicherheitsstandard für Online-Einkäufe

Der neue Sicherheitsstandard für Online-Einkäufe "Verified by Visa" ist laut Nahlik erfolgreich angelaufen. Ende 2003 hätten sich bereits 10.000 Karteninhaber dafür angemeldet. Rund 60 Internet-Händler akzeptieren in Österreich den neuen Sicherheitsstandard. Eine Liste der Vertragspartner, bei denen mit "Verified by Visa" bezahlt werden kann, ist auf der Visa-Homepage (visa.at./vbv-haendler) abrufbar. Die Internet-Umsätze von Visa Österreich sind in den ersten zwei Monaten 2004 um 35 Prozent auf 8,6 Mio. Euro gestiegen. Im Jahr 2003 haben sich die Online-Umsätze auf 40 Mio. Euro verdoppelt.

Rechnung per E-Mail

Rund 30.000 Karteninhaber lassen sich ihre Monatsrechnung bereits per e-mail zuschicken. Die e-mail-Monatsrechnung wird am selben Tag wie jene auf Papier erstellt und als Datei im Adobe PDF-Format eingebunden und versendet.

Insgesamt konnte Visa Österreich die Umsätze in den ersten beiden Monaten 2004 um 7 Prozent erhöhten. Es sei zu hoffen, dass sich dieser Trend im Gesamtjahr fortsetze, so Nahlik. 2003 konnte Visa beim Umsatz um rund 5 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro zulegen. Die Zahl der Karteninhaber liegt der bei 945.000. Bezahlt werden kann mit einer Visa-Karte bei rund 90.000 Vertragspartnern in Österreich.(APA)

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