Haubner plant Väterkonferenz

7. April 2004, 11:41
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"Emanzipation der Männer" gefragt

Wien - Sie sind noch immer eine fast exotische Minderheit: Väter, die in Karenz gehen. Nur 2,3 Prozent oder 3626 Personen, die derzeit Kindergeld beziehen, sind Männer. 1997 waren es nur 0,9 Prozent. In Schweden werden indes 15 Prozent der Elternurlaubstage von Männern genommen. Das Elterngeld ist dort allerdings einkommensabhängig (mit Obergrenze).

Höchste Zeit für eine - ohnehin verspätete - "Emanzipation der Männer" in Österreich, meint Sozialstaatssekretärin Ursula Haubner (FP). Sie will im Herbst mit einer großen Kampagne und einer "Väterkonferenz" Bewusstsein für das lebenslange Projekt Elternsein schaffen. Außerdem will Haubner 2006 bei der EU-Präsidentschaft Österreichs einen Schwerpunkt "Familie und Verantwortlichkeit der Väter" setzen.

"Bis heute läuft es einseitig"

Im STANDARD-Gespräch erläutert Haubner ihre Motivation: "Wenn wir es mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ernst meinen, dann müssen die Väter ihre Verantwortung für die Familie ernst nehmen. Denn bis jetzt läuft es ja einseitig. Die Frauen holen im Beruf auf und engagieren sich voll, müssen aber gleichzeitig noch immer die Hauptverantwortung für die Kinder tragen. Das muss neu und gerecht aufgeteilt werden." Haubner will den neuen Vätern aber mehr als nur Karenz abverlangen: Väter müssten, so wie sie es jetzt von den Müttern automatisch erwarten, "die gleiche Verantwortung für die Kinder übernehmen". Haubner: "Für das große Männer-Jammern stehe ich sicher nicht zur Verfügung."

Vom "Vaterschutzmonat", den die SPÖ gefordert hat, hält Haubner "nicht sehr viel". Vier Wochen bewusstes Vatersein unmittelbar nach der Geburt sei zu wenig. "Zur Verbesserung der Einstellung zur Vaterschaft wird das nicht reichen." (nim, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 30.3.2004)

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