Mutter Erde ist in den vergangenen 20 Jahren deutlich grüner geworden

12. Juli 2006, 14:30
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UNEP listet aber auch Umweltprobleme auf: Verknappung der Trinkwasserreserven und Zunahme von Sandstürmen

Erde wird immer grüner UNEP-Bericht warnt jedoch vor knapperen Trinkwasserressourcen

Jeju/Korea - Nach einem aktuellen Bericht der UNEP, dem UN-Environment Programme, ist die Erde in den vergangenen 25 Jahren immer grüner geworden. Die internationale Organisation nimmt in dem Bericht "Geo Year Book 2003" aber auch Stellung zu den dringlichsten Umweltproblemen des "Blauen Planeten".

Satellitendaten beweisen, dass die Erde seit 1982 in ihrer äußeren Erscheinung deutlich grüner geworden ist. "Die Energiemenge, die von Pflanzen mit Photosynthese hergestellt wurde, weniger dem was sie selbst zum Leben brauchen, hat in den vergangenen 25 Jahren um sechs Prozent zugenommen", so der UNEP-Bericht. Deutlich zu sehen sind die Auswirkungen in den Ausläufern der Sahelzone, sowie in anderen tropischen Regionen und in Höhenlagen der gemäßigten Zonen. Im Amazonas-Regenwald wurden Veränderungen um 40 Prozent festgestellt. Wahrscheinlich hat dort die vermindert Zahl an Wolken in einer Zunahme der Sonnenenergie geführt, meinen die UNEP-Experten. Die Veränderungen der Monsun-Dynamik haben auch dazu geführt, dass Teile von Indien, Pakistan und Bangladesch wesentlich mehr Niederschläge bekommen haben.

Negativpunkte

In dem bis dato dritten "Geo Year Book" warnen Experten aber vor der zunehmenden Verknappung der Trinkwasserreserven. Der ehrgeizigen Plan, den die UN-Mitgliedsstaaten als "Millennium Development Goal" bezeichneten, nämlich die Zahl derjenigen Erdbewohner, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, bis 2015 um 50 Prozent zu vermindern, könne nur mit größter Anstrengung erreicht werden, wie UNEP-Generaldirektor Klaus Töpfer ausführt. Beim Treffen der UNEP, das zurzeit in Jeju, Korea, stattfindet, wird das Thema Trinkwasserversorgung daher eine wesentliche Rolle spielen. Darüber hinaus werden auch Probleme des Artenschutzes diskutiert. Die wirtschaftlichen Schäden durch die globale Erwärmung und das Artensterben haben sich seit 1970 verfünffacht und werden von der UNEP für die 90-er Jahre auf 629 Mrd. Dollar geschätzt.

Zu anderen dringlichen Problemen zählen die zunehmenden Staub- und Sandsturmbelastungen in der Mongolei und in China, sowie Probleme von kleinen Inselstaaten, die von Armut, Naturkatastrophen und dem Verschwinden der Fischbestände bedroht sind. Am Rande der Konferenz forderte die Umweltgruppe "Friends of Earth", dass die UNEP vom Status als "Umwelt-Programm" zu einer internationalen UNO-Spezial-Organisation umgewandelt werde. Nur so könnten die dringlichen Probleme der Erde gelöst werden, meinen die Aktivisten. (pte)

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    foto: nasa
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