Osterblockaden auf den heimischen Transitrouten

2. April 2004, 22:11
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Sieben Straßensperren in vier Bundesländern

Innsbruck – Nach dem Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer unterstützt nun auch der Tiroler AK-Präsident Fritz Dinkhauser die "Bürgerversammlungen" auf den Transitrouten während der Karwoche.

Im sensiblen Tiroler Lebens- und Wirtschaftsraum müsse die Gesundheit der Menschen "erstgereihtes politisches Gut" sein, meint Dinkhauser und hat die Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel aufgefordert, während der Aktionstage vom 5. bis 7. April mit Nulltarifen um Kundschaft zu werben.

Auftakt auf der S5

Der Blockadeauftakt findet am Montag (5. April) auf der S5 zwischen Grafenwörth und Grunddorf in Niederösterreich statt, nachmittags wird auf der Inntalautobahn zwischen Kramsach und Wiesing und am Südportal des Katschbergtunnels protestiert.

Unter dem Motto "Ostern aktiv – Vorrang für die Gesundheit" werden im Unterschied zu früheren Blockadeaktionen auch längere Autobahnabschnitte in Anspruch genommen, von Vomp bis Hall sind es mehr als 20 Kilometer.

"Volles Kinderprogramm"

Wie Koordinator Fritz Gurgiser vom Transitforum erklärt, sind die Verhandlungen mit den Behörden abgeschlossen und alle Veranstaltungen genehmigt. Gurgiser hebt hervor, dass unter anderem die beiden Versammlungen auf der A12 ein "volles Kinderprogramm" zu bieten hätten und das Programm in Volders fast zur Gänze von einer Schule (dem Borg Volders) gestaltet würde.

Inhaltlich stehen die laufenden Grenzwertüberschreitungen bei Stickoxiden und Feinstäuben im Mittelpunkt, wobei Gurgiser die Dramatik der Situation damit charakterisiert, dass es für die Einhaltung von Grenzwerten nötig sei, auf die Straße zu gehen.

Zu den Plänen, das Sanierungsgebiet nach dem Immissionsschutzgesetz Luft in Tirol auf fast das ganze Inntal (118 Kilometer von Kufstein bis Haiming) auszuweiten, meint Gurgiser: "Das kann nicht die Lösung sein", anzustreben sei in dem sensiblen Raum "Kurortqualität" und dies "dauerhaft und nachhaltig".

Als Adressaten der Proteste werden vorrangig die Landes- und Bundespolitik genannt. Gefordert werden "überfällige Maßnahmen" gegen den Lkw-Ausweichverkehr durch die Dörfer aufgrund von Nachtfahrverboten und Roadpricing. (DER STANDARD Printausgabe, 30.03.2004 hs)

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