Mobilkom prüft Oman-Expansion

1. April 2004, 16:07
1 Posting

Allfällige Oman-Investition bei 20 bis 25 Millionen Euro - 2003 Zuwächse in allen Bereichen

Wien - Österreichs Mobilfunkmarktführer Mobilkom Austria, eine 100-Prozent-Tochter der börsenotierten Telekom Austria, will nach einem Rekordumsatz 2003 heuer - angesichts der hohen Marktsättigung im heimischen Handymarkt, die kaum mehr ein Kundenplus zulässt - die Umsätze vor allem mit Datendiensten weiter ankurbeln.

Zusätzliches Wachstum soll 2004 von den geplanten Expansionen in den Oman und nach Südosteuropa sowie aus den Töchtern in Kroatien, Slowenien und Liechtenstein kommen.

Über eine Bewerbung um die zweite Handylizenz im Oman will die Mobilkom bis übermorgen, Mittwoch, entscheiden. Am 31. März laufe nämlich die Abgabefrist für ein entsprechendes Angebot ab, berichtete Mobilkom Austria-Generaldirektor Boris Nemsic am Montag bei der Bilanzpressekonferenz: "Ich hoffe, dass wir ein Angebot abgeben werden". Das allfällige dortige Investment bezifferte Nemsic mit "20 bis 25 Mio. Euro".

Erweiterte Expansionsstrategie

Der Oman sei Teil der "erweiterten" Expansionsstrategie der Mobilkom, die primär auf Südosteuropa abzielt, so Nemsic. Der Mobilfunkmarkt in der Golfregion stelle sich ähnlich dar wie in Südosteuropa vor fünf bis sieben Jahren, die Vorgabe eines "hohen Wachstums" werde dort erfüllt.

Mit weiteren Handylizenz-Ausschreibungen etwa in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Katar sei in den nächsten 12 bis 18 Monaten zu rechnen.

Acht Mitbewerber

Neben der Mobilkom gebe es im Oman etwa 8 Bewerber, eine Vergabe der ausgeschriebenen Lizenz sei in den nächsten Wochen zu erwarten. Wenn sich die Mobilkom tatsächlich engagiere, wäre ein operativer Start im Oman 2005 möglich, so Nemsic.

Im 2-Millionen-Einwohnerstaat Oman gibt es derzeit nur einen Netzbetreiber mit 100 Prozent Marktanteil, die Mobilfunkpenetration liegt bei rund 20 Prozent, die Festnetzpenetration bei nur 8,9 Prozent.

Erneute Zuwächse

2003 ist es der Mobilkom erneut gelungen, in allen Geschäftssegmenten im In- und Ausland Zuwächse zu erzielen. Knapp 80 Prozent der Umsätze entfallen auf die Mobilkom in Österreich, 20 Prozent auf die Töchter in Kroatien, Slowenien und Liechtenstein.

Der Umsatz der Mobilkom-Gruppe ist im Vorjahr um 6,3 Prozent auf 2,03 Mrd. Euro gestiegen, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs um 11,9 Prozent auf 727,1 Mio. Euro.

UMTS drückt Ergebnis

Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich auf Grund der begonnenen Abschreibungen für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS in Höhe von 20 Mio. Euro "nur" um 5,4 Prozent auf 401,4 Mio. Euro, in Österreich betrug der EBIT-Zuwachs deshalb auch nur 0,4 Prozent auf 340,7 Mio. Euro. Insgesamt hat die Mobilkom für UMTS bisher 170 Mio. Euro in die Lizenz und 70 Mio. Euro in das Netz investiert.

Demgegenüber hat die Mobilkom bis dato erst 1.500 UMTS-Kunden an Land gezogen, mit der für April geplanten Einführung einer UMTS-Datenkarte seien "einige Tausend" mehr zu erwarten, prognostizierte Mobilkom-Marketingvorstand Hannes Ametsreiter.

UMTS-Start in Slownien

In Slowenien ist die Mobilkom-Tochter si.mobil mit der UMTS-Ersatztechnologie EDGE gestartet, da die UMTS-Lizenzgebühr als zu teuer befunden wurde, in Kroatien wird angesichts der zu erwartenden relativ hohen UMTS-Lizenzgebühren ebenfalls eine Einführung von EDGE statt UMTS überlegt.

Die Zahl der Kunden in der Mobilkom-Gruppe wuchs 2003 um 6,4 Prozent auf 4,7 Millionen. In Österreich stieg die Kundenzahl trotz hohen Wettbewerbs um 5,4 Prozent auf 3,2 Millionen. In Kroatien hat die Mobilkom-Tochter VIPnet 1,2 Mio. Kunden (plus 10,3 Prozent), in Slowenien 350.000 (plus 3,3 Prozent).

36,9 Euro Umsatz pro Kunde

Der durchschnittliche Umsatz pro Kunden stieg bei der Mobilkom um 3,1 Prozent auf 36,9 Euro, der Datenanteil am Umsatz von 10,2 auf 11,4 Prozent.

Der "größte Kostenblock im Unternehmen", die durchschnittlichen Kosten pro Kunde, seien 2003 u.a. durch die verstärkte Stützung von höherwertigen GPRS-Handys um 16,8 Prozent auf 110,7 Euro pro Kunde weiter gestiegen, seien aber durch den Kundenzuwachs kompensiert worden, berichtete Ametsreiter in Anlehnung an den aktuellen tele.ring-Werbespot: "Wir haben hier keinen Speck, sondern Muskeln".

Von den 1,07 Mio. Kunden, die ein GPRS-Handy haben, nutzen auch 840.000 (nach 384.000 2002) diese Technologie. 2003 wurden im Mobilkom-Netz von 230.000 Nutzern 2 Mio. MMS-Kurzmitteilungen versendet (nach 464.000 2002).

Share if you care.