Stronachs Funfirma MEC tief im Minus

1. April 2004, 16:18
5 Postings

Magna Entertainment mit mehr als 100 Millionen Dollar Verlust im Vorjahr

Wien - Die Unterhaltungssparte des vom Austrokanadier Frank Stronach gegründeten Magna-Konzerns kämpft mit veritablen Problemen. Aufgrund von Abschreibungen und Investitionen verzeichnete die auf den Betrieb von Pferderennbahnen spezialisierte Magna Entertainment Corp. (MEC) im Vorjahr einen Verlust ("Net Loss") von minus 105 Mio. Dollar nach minus 14,4 Mio. Dollar im Jahr davor.

MEC, Muttergesellschaft des nächsten Sonntag eröffnenden "Racino" in Ebreichsdorf bei Wien, ist vom Automotive-Bereich getrennt und notiert selbst an der Börse.

"Racino"-Finanzierung über die Auto-Sparte

Die Finanzierung des neuen Pferdesportzentrums "Racino" erfolgte wegen der angespannten Finanzlage der MEC zu einem Gutteil aus Erträgen des Automotive-Bereichs, schreibt das Wirtschaftsmagazin Trend in seiner Aprilausgabe. Rund 19,7 Mio. Euro an Zuschüssen habe es von der Magna Investment N.V. für den Grundstückserwerb gegeben. Einen anderen Teil habe Stronach indirekt durch den Verkauf von Immobilien abgedeckt, die Magna im Zuge der heftig, weil als zu billig kritisierten Übernahme von Steyr Daimler Puch (SDP) von der BA-CA erworben hatte.

Im Jahr 2002 verschmolz Stronach die Immobilienfirma der SDP mit der österreichischen Rennbahngesellschaft (MEC Grundstücksentwicklungs GmbH). Dadurch wanderten 33 Mio. Euro an Reserven zum "Racino". Magna-Sprecher Andreas Rudas bestätigt: "Das war Teil eines Agreements mit den Magna-Aktionären." Im Vollbetrieb erwartet "Racino"-Chefmanager Bruno Schlintner rund eine Million Gäste und 15 Mio. Euro Umsatz pro Jahr. (DER STANDARD, Printausgabe, 29.3.2004, red)

Share if you care.