Warten auf Schätze

2. April 2004, 12:33
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Museum in Bagdad: 15.000 Objekte vermisst

Amman/Bagdad - Ein Jahr nach der Plünderung des Nationalmuseums in Bagdad werden immer noch 15.000 irakische Kunstschätze vermisst. "Die Zahl könnte sogar noch steigen, weil die Zählungen immer noch nicht abgeschlossen sind", sagte Museumsdirektor Doni George. Der Verlust an Kunstgegenständen wäre seiner Meinung nach noch größer gewesen, wenn die wertvollsten Kunstwerke nicht kurz vor dem Krieg "in sichere Verstecke" gebracht worden wären.

Weiters meint George: "Auf verschiedenen Wegen konnten die Iraker 4000 Kunstwerke zurückgewinnen." Ganze 1000 Kunstgegenstände seien nach seinen Informationen in den USA aufgetaucht, 500 in Frankreich, 250 in der Schweiz und 100 in Italien. Der Museumsdirektor betont, dass jordanische und syrische Behörden mitgeholfen hätten, Schmuggelbanden zu stellen. Auch die Türkei, Saudi-Arabien und Kuwait seien um Hilfe gebeten worden.

Nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen im Irak hatten Diebe am 12. April 2003 Teile des Nationalmuseums in Bagdad geplündert und Ausstellungsstücke von unschätzbarem Wert gestohlen. Das US-Zentralkommando hatte seinerzeit Straffreiheit für diejenigen zugesichert, die aus irakischen Museen geraubte Kunstgegenstände zurückgeben. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29. 3. 2004)

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