6870 Saisoniers gefordert

7. April 2004, 13:55
posten

Tauziehen um neue Mindestlöhne beginnt

Wien - In der kommenden Sommersaison sollen 6870 Saisoniers im Fremdenverkehr werken dürfen. Das wünschen sich jedenfalls die Wirte und Hoteliers in einer aktuellen Erhebung.

Im letzten Jahr hatte man 7000 gewollt und zur Abdeckung der Saisonspitzen von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein schlussendlich 6720 genehmigt bekommen. Dies hatte bei den Unternehmen im Großen und Ganzen Zufriedenheit, bei den Arbeitnehmervertretern jedoch Verärgerung ausgelöst. Mit Blick auf die hohen Arbeitslosenraten der Branche, will Tourismusgewerkschafter Rudolf Kaske nicht, "dass die Branche permanent auf einen Strom von billigen Arbeitskräften setzt".

Streit um Mindestlöhne

Streitpunkte wird es in den nächsten Wochen aber auch sonst noch genug geben, da die Arbeitnehmerseite in den vor kurzem angelaufenen Kollektivvertragsverhandlungen für die 156.000 Beschäftigten in 50.000 Hotel- und Gastgewerbebetrieben allem voran neue Mindestlöhne einfordert. Immerhin liege das durchschnittliche Monatseinkommen um rund ein Drittel unter dem Medianeinkommen der meisten anderer österreichischen Arbeitnehmer, argumentiert Kaske.

Aufgrund der günstigen Entwicklung im Fremdenverkehr peilt er daher ab Anfang Mai eine Erhöhung der Löhne zwischen 1,7 und 2,5 Prozent an. Obwohl viele Betriebe betonen, dass sie - um gutes Personal zu bekommen - sowieso über dem KV bezahlen, sind die Mindestlöhne in der Branche trotzdem von besonderer Bedeutung. Daran sind nämlich viele Betriebsvereinbarungen geknüpft. (DER STANDARD, Printausgabe, 29.3.2004, bach, stro)

Share if you care.