Schwimmen: Markus Rogan, Europas Bester

6. April 2004, 23:28
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Markus Rogan erzielte in 1:51,37 Minuten einen Kurzbahn-Europarekord über 200-m-Rücken - Ian Thorpe passierte derweil in Sydney ein unglaubliches Malheur

Long Island/Sydney - Nur Aaron Peirsol war und ist außer Reichweite. Der US-Amerikaner verbesserte seinen eigenen Weltrekord über 200-m-Rücken auf 1:50,64 Minuten, Markus Rogan musste sich um 0,73 Sekunden geschlagen geben. Die NCAA-Championships, das Finale der Universitäten in Long Island bei New York, wurde zu einem wahren Rekordfestival, allein Rogan belegte in drei Rennen, in denen Weltbestmarken fielen, jeweils den zweiten Platz.

Österreichs Schwimmverband hatte dem Wiener, der in Kalifornien (Stanford) studiert, erlaubt, sich in dem Kurzbahnbewerb für die Langbahn-EM (Mai, Madrid) zu qualifizieren, Rogan nützte die Gelegenheit mehrmals, insgesamt fixierte er nicht weniger als sieben neue österreichische Kurzbahnrekorde. Am stärksten sein Auftritt über 200-m-Rücken, mit dem er dem Kroaten Gordan Kozulj den am 21. Jänner 2001 aufgestellten Europarekord entriss. Rogan blieb nur zwei Zehntel über dem alten Weltrekord des Texas-Studenten Peirsol, er wurde auf dieser Strecke zum zweitschnellsten Schwimmer aller bisherigen Zeiten.

Rogan ist nach Maxim Podoprigora der zweite Österreicher in der Schwimm-Neuzeit, dem ein Europarekord gelingt. Podoprigora hatte dies im vergangenen Jahr zweimal über 200-m-Brust geschafft. Für Rogan ist es neben Langbahn-WM-Silber über 200-m-Rücken 2001 in Fukuoka zweifellos sein bisher größter sportlicher Erfolg.

Crocker stellt Weltrekord auf

Ein weiterer bemerkenswerter Weltrekord gelang in East Meadow Ian Crocker, der US-Amerikaner verbesserte über 100-m-Kraul in 46,25 Sekunden die zehn Jahre alte Bestmarke des Russen Alexander Popow um gleich 49/100. Bereits über 100-m-Delfin hatte Crocker aufgetrumpft, zunächst blieb er als erster Mensch im Vorlauf (49,77) unter der 50-Sekunden-Marke, dann verbesserte er sich im Finale auf sensationelle 49,07.

Insgesamt sieht es danach aus, als würde bei den Olympischen Spielen in Athen (August) kaum ein Weg an den US-Schwimmern vorbeiführen. Rogan indes mausert sich langsam, aber sicher zum Medaillenanwärter. Auch über 200-m-Lagen gehört er mittlerweile zu den Besten der Welt, mit 1:55,51 Minuten schob er sich in Long Island auf Rang fünf der Bestenliste.

Malheur von Thorpe

Australiens Schwimm-Star Ian Thorpe kann sein Olympia-Gold über 400-m-Kraul in Athen nicht verteidigen. Der 21-jährige Weltrekordinhaber wurde zum Auftakt der australischen Qualifikation in Sydney disqualifiziert, nachdem er im Vorlauf vom Startblock ins Wasser gefallen war. Er habe ein Geräusch gehört und sei in seiner Konzentration gestört gewesen, sagte Thorpe später. Sein Protest gegen die Disqualifikation wurde zurückgewiesen.

Thorpe dominiert die 400-m-Kraul, seit er 1998 in Perth als 15-Jähriger Weltmeister wurde. Den Weltrekord hält er seit 1999, fünfmal hat er die Bestmarke verbessert, zuletzt am 30. Juli 2002 auf 3:40,08 Minuten. Wenn in Athen Gold vergeben wird, muss der große Favorit nun zusehen. Als er nach seinem Hoppala wieder aus dem Wasser geklettert war, kehrte er zum Startblock zurück, doch der Referee zeigte ihm unmissverständlich die rote Karte. (APA, fri, DER STANDARD, Printausgabe, 29.3.2004)

  • Markus Rogan geht als heißer Medaillentipp nach Athen.

    Markus Rogan geht als heißer Medaillentipp nach Athen.

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