Presserat: Gewerkschaft kritisiert VÖZ

2. April 2004, 14:29
3 Postings

Chefredakteurs-Modell "autoritär" - Bauer kündigt Einsatz aller gewerkschaftlichen Mittel an

Scharfe Kritik übte der Vorsitzende der Journalistengewerkschaft, Franz C. Bauer, am Sonntag daran, dass der Präsident des Verbandes der Zeitungsherausgeber (VÖZ) Franz Ivan jüngst Präferenzen für das Chefredakteurs-Modell an Stelle des Presserates zeigte. Dies sei eine "Abkehr von der vereinbarten Zeitungslinie", meinte Bauer. Der Lösungsansatz der Verleger sei "autoritär und undemokratisch".

Die Gewerkschaft werde jeden Versuch, das Chefredakteurs-Modell umzusetzen, "mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen", kündigte Bauer an. Vorerst forderte die Journalistengewerkschaft die Verleger auf, auf der Basis einer sozialpartnerschaftlichen Lösung wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

"Die wahre Absicht demaskiert"

Ivan habe mit seinen Aussagen von Freitag "die wahre Absicht des Verbandes nun endgültig demaskiert", meinte Bauer. Offenbar sei es dem VÖZ nie darum gegangen, eine partnerschaftliche Lösung für den Presserat herbeizuführen. Dass ein Chefredakteursgremium über Fragen der journalistischen Ethik zu Gericht sitzen solle, sei ein "völlig unerträglicher Rückschritt in autoritäre Denkstrukturen". Diese Fragen würden alle Journalisten angehen - und deshalb müsse man bei Auslegungsfragen eine möglichst breite Basis suchen, wie sie durch den sozialpartnerschaftlichen Presserat gewährleistet sei. (APA)

Link

VÖZ

Nachlese

Wieder Debatte um Presserat - Gewerkschaft appelliert an Verleger, wieder zu verhandeln - VÖZ favorisiert Chefredakteurs-Modell - Statutenentwurf für Presse- und Leseranwaltschaft fertig

Share if you care.