Torfestival in Stuttgart

2. April 2004, 13:57
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4:4 gegen Bremen - Jara verlor mit 1. FCK bei Ex-Klub HSV - Bayern sichern Platz zwei ab: Erfolg gegen Gladbach - Löwen 3:0 in Frankfurt

Stuttgart - Werder Bremen hat in der deutschen Fußball-Bundesliga in einem mitreißenden Spitzenspiel seine Meister-Qualitäten eindrucksvoll bewiesen. Der Tabellenführer erkämpfte am Sonntag ein 4:4 (3:2) beim VfB Stuttgart und behauptete acht Spieltage vor dem Ende der Saison noch neun Punkte Vorsprung vor dem FC Bayern München. Durch die Saisontore Nummer 23 und 24 von Ailton (43./70.) retteten die Bremer gegen einen wie entfesselt aufspielenden VfB einen Zähler.

Drei Treffer duch Bordon

Vor 48.000 Zuschauern war der Brasilianer Marcelo Bordon als dreifacher Torschütze (3./24./50.) überragender Akteur des VfB, der sich nach dem 4:3 von Marco Streller (69.) auf der Siegerstraße wähnte. Die beiden ersten Treffer für die Gäste, die das Match nach einer Gelb-Roten Karte gegen Christian Schulz (81.) mit zehn Spielern beenden mussten, hatte Ivan Klasnic (13./25.) markiert.

Ungewohnte Schwächen in Bremer Abwehr

In einem begeisternden Fußball-Spiel mit allen Attributen einer Klasse-Partie verdiente sich der VfB die Punkteteilung durch eine kämpferisch überragende Vorstellung und unterstrich damit seine Champions-League-Ambitionen. Die nun seit 17 Spielen ungeschlagenen Bremer traten lange Zeit im Stile eines Champions auf, offenbarten aber in der Abwehr auch ungewohnte Schwächen und konnten sich letztlich bei Ailton bedanken, dessen Treffsicherheit das Team vor der ersten Niederlage seit dem 18. Oktober 2003 bewahrte.

Rahns späte Rache

Ausgerechnet Nationalspieler Christian Rahn hat Kurt Jara die Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte verdorben. Der neue Trainer des 1. FC Kaiserslautern kassierte bei seinem Ex-Klub Hamburger SV eine verdiente 2:3-Niederlage und verpasste damit den vorentscheidenden Schritt aus dem Abstiegsstrudel. Umjubelter Matchwinner war vor 41.020 Zuschauern der unter Jaras HSV-Regentschaft zum Reservisten degradierte Rahn. Der von Nachfolger Klaus Toppmöller geförderte Mittelfeldspieler erzielte in der 30. und 70. Minute zwei Tore selbst, bereitete den dritten Treffer durch Romeo (46.) vor und spielte überragend auf.

Klose verletzt

Kaiserslauterns Miroslav Klose beendete zwar nach 963 torlosen Minuten seine Flaute mit dem Kopfballtreffer zum zwischenzeitlichen 1:2. Allerdings zog sich der Lauterer Stürmer dabei eine Bänderverletzung am Knie zu, fällt mehrere Wochen aus und musste deshalb auch dem DFB-Team für das Länderspiel gegen Belgien absagen. Den Schlusspunkt in einer unterhaltsamen Partie setzte Marian Hristow (78.) mit dem 2:3, doch änderte dies nichts mehr an der ersten Pleite nach zuvor drei Spielen in Serie ohne Niederlage.

Freundlicher Empfang

Grund zur Freude hatte Jara, der nach der 0:4-Hinspielpleite in Kaiserslautern seinen Stuhl beim HSV räumen musste, nur vor dem Anpfiff. Die meisten HSV-Spieler begrüßten ihren ehemaligen Vorgesetzten freundlich per Handschlag, und auch die HSV-Fans sorgten mit Sprechchören und Transparenten ("Willkommen zu Hause, Kurt") für einen warmherzigen Empfang.

Bayern auf Champions-League-Kurs

Mit einem 5:2-Erfolg gegen Mönchengladbach blieben die Bayern auf Champions-League-Kurs und sorgten nach den Diskussionen um Trainer Ottmar Hitzfeld wieder für sportliche Schlagzeilen. Kuffour (20.), Santa Cruz (39.) und Makaay (48.), der einen Foulelfmeter zu seinem 19. Saisontor verwandelte, brachten die Bayern in einem lange Zeit einseitigen Spiel in Front. Sverkos (54./65.-Elfmeter) sorgte mit zwei Toren für Gladbach noch einmal für Spannung, ehe Hargreaves (87.) und Ballack (91.) alles klar machten.

Schalke schlägt Bochum

Die Erfolgsserie des VfL Bochum im Ruhrstadion ist gerissen. Zwar brachte Meichelbeck (24.) den VfL im "Endspiel um Platz fünf" gegen Schalke in Führung, doch dann drehten Kläsener (77.) und Delura (82.) den Spieß für die "Königsblauen", bei denen Edi Glieder in der 74. Minute eingewechselt wurde, um. Trotz der 1:2-Niederlage stellte Bochums Torhüter Rein van Duijnhoven einen Bundesliga-Rekord auf. Der Niederländer blieb in Heimspielen insgesamt 912 Minuten ohne Gegentor und löschte damit die Bestmarke von Norbert Nigbur, der in der Saison 1974/75 mit Schalke 04 vor heimischem Publikum 844 Minuten unbezwungen geblieben war.

Leverkusen weiter erfolgreich

Bayer Leverkusen feierte im Kampf um einen internationalen Startplatz den dritten Sieg in Folge. Zwar geriet die Werkself gegen die abstiegsgefährdeten Berliner durch Marcelinho (7.) früh in Rückstand, doch dann wendeten die jeweils zwei Mal erfolgreichen Berbatow (29./72.) und Franca (33./55.) das Blatt.

Stranzl fleißiger Löwe

Ohne den mit einem Innenraumverbot belegten Trainer Willi Reimann kam der Tabellen-15. Eintracht Frankfurt im Keller-Duell gegen 1860 München mit 0:3 unter die Räder und erlitt einen schweren Rückschlag im Abstiegskampf. Görlitz (9.) und Lehmann (16.) mit ihren ersten Bundesliga-Toren sowie Agostino (59.) schossen den Erfolg für die "Löwen" heraus, bei denen Martin Stranzl durchspielte und Harald Cerny in der 81. Minute ausgewechselt wurde. Stefan Lexa war bei den Frankfurtern bis zur 80. Minute im Einsatz.

Remis für Dortmund in Hannover

Weiter den 16. Platz belegt Hannover 96, das Borussia Dortmund beim 1:1 wenigstens einen Zähler abrang, aber auch im dritten Spiel unter dem neuen Coach Ewald Lienen ohne Sieg blieb. Für Schlusslicht 1. FC Köln dürfte der Klassenverbleib nach dem 0:3 im Aufsteiger-Duell beim SC Freiburg kaum noch zu schaffen sein.

Rostock im Vormarsch

Hansa Rostock entschied das Duell der Tabellen-Nachbarn gegen den VfL Wolfsburg mit 3:1 und verschärfte damit die Krise bei den Niedersachsen. Arvidsson (9.), Max (34.) mit seinem 16. Saisontreffer und Möhrle (37.) erzielten die Tore für die Mecklenburger, die mit Plassnegger ab der 74. Minute auf Platz acht vorstießen. (APA/dpa)

Deutschland - 26. Runde:

Samstag:

  • SC Freiburg - 1. FC Köln 3:0 (1:0)
  • Hansa Rostock - VfL Wolfsburg 3:1 (3:1)
  • Bayern München - Mönchengladbach 5:2 (2:0)
  • Eintracht Frankfurt - 1860 München 0:3 (0:2)
  • Hannover 96 - Borussia Dortmund 1:1 (0:1)
  • VfL Bochum - FC Schalke 04 1:2 (1:0)
  • Bayer Leverkusen - Hertha BSC 4:1 (2:1)

    Sonntag:

  • Hamburger SV - 1. FC Kaiserslautern 3:2 (1:0)
  • VfB Stuttgart - Werder Bremen 4:4 (2:3)
    • Bild nicht mehr verfügbar

      Ottmar Hitzfeld räumt mit seinen Kritikern auf. Nach dem 5:2 gegen Mönchengladbach ist auch in Bayern die Trainerfrage wieder vom Tisch.

    • In Stuttgart ging es ordentlich zur Sache.

      In Stuttgart ging es ordentlich zur Sache.

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