USA: Embryos werden eigene Opfer

7. April 2004, 11:41
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Mord an schwangeren Frauen soll künftig als Doppelmord geahndet werden - KritikerInnen sehen Abtreibungsrecht in Gefahr

Washington - Bei Verbrechen an schwangeren Frauen soll in den USA das ungeborene Kind künftig als eigenes Opfer anerkannt werden. Nach dem Repräsentantenhaus stimmte nun auch der Senat in Washington dem entsprechenden Gesetz zu. Demzufolge wird die Ermordung einer schwangeren Frau künftig als Doppelmord geahndet. Bisher gilt der Embryo nicht als eigenes Opfer.

Abtreibungsrecht in Gefahr

Die BefürworterInnen sehen die Regelung als wichtigen Schritt zur Anerkennung der Menschenwürde des ungeborenen Kindes, wie der republikanische Senator Rick Santorum betonte. Gegnerische Stimmen kommen vor allem aus den Reihen der DemokratInnen. Das Gesetz bedeute einen Rückschlag für das gesetzlich verankerte Recht der Frauen zur Abtreibung, sagte Dianne Feinstein.

Zustimmung des Präsidenten angekündigt

Das US-Repräsentantenhaus hatte bereits im vergangenen Monat das Gesetz mit dem Namen "Ungeborene Opfer von Gewaltakten" mit großer Mehrheit verabschiedet. Die beiden Parlamentskammern müssen die Gesetzesvorlage noch dem Präsidenten vorlegen. George W. Bush hat allerdings bereits seine Zustimmung angekündigt. (APA/AFP)

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    Embryonenschutz in den USA: Auch Präsident Bush hat angekündigt, der umstrittenen Gesetzesvorlage zuzustimmen.
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