Grüne Fragen, rote Antworten

24. April 2004, 12:16
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SP-Kandidat Heinz Fischer stellt sich Van der Bellen und Co

Wien - "Keine Prüfung" und schon gar kein "Gladiatorenkampf" sollte das grüne Hearing mit SP-Präsidentschaftskandidat Heinz Fischer werden, so lautet die Vorgabe von Grünen-Bundessprecher Alexander Van der Bellen.

Während SP-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos "schätzungsweise 40.000" Unterstützungserklärungen - 6000 waren nötig - für die Kandidatur ins Innenministerium brachte, stellte sich der Kandidat den Grünen. Genauer: Er stellte sich den Fragen von Europa-Sprecher Johannes Voggenhuber und Grünen-Vize Eva Glawischnig. Das Hearing von VP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner folgt nächste Woche. Ganz im Sinne Van der Bellens ging Fischer die Sache gemächlich an.

Als ihm Voggenhuber vorwarf, den Konsens meist nicht im offenen Diskurs, sondern "hinter Polstertüren" in einer "Konspiration der Anständigen" zu suchen, meinte er, Konsens dürfe nicht mit "Geheimdiplomatie" gleichgesetzt werden. Und: "Hinter Polstertüren zu verhandeln heißt ja nicht, dass man vorher keine anderen Meinungen angehört hat." Zur Frage von Glawischnig, wen er als Minister - etwa auch Jörg Haider - angeloben würde und wen nicht, sagte Fischer: "Ich erstelle nicht vor der Wahl eine Liste von Personen, die für eine Angelobung nicht infrage kommen oder umgekehrt."

Voggenhuber interessierte, warum Fischer sich einmal vor dem "Patrioten und Opfer Engelbert Dollfuß" verbeugt habe - was dieser sofort zurückwies: Er habe den Politiker Dollfuß immer vehement kritisiert. Dennoch stehe fest, dass Dollfuß Opfer der Nazis geworden sei und dann hilflos im Bundeskanzleramt verblutet sei.

"Wie sich Fischer in einem Wort beschreiben würde?", wollte jemand aus dem grünen Internetforum wissen: "Ausgeglichen." (pm, DER STANDARD, Printausgabe 27./28.3.2004)

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    SP-Kandidat Heinz Fischer fühlte sich bei den Grünen und Bundessprecher Alexander Van der Bellen durchaus wohl.

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