Ferrero-Waldners Kommunikationspannen in Brüssel

16. April 2004, 16:50
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Außenministerin sorgte mit ihren medialen Soloauftritten für Verwirrung

Brüssel - Der Präsidentschaftswahlkampf zeigte auch in Brüssel Auswirkungen. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel überließ am ersten Gipfeltag Außenministerin Benita Ferrero-Waldner alleine die Bühne für mediale Soloauftritte.

Da Ferrero-Waldner aber nicht ständig bei den Treffen der Staats- und Regierungschefs dabei war, führte dies zu Kommunikationspannen. Während sie versicherte, es seien noch keine Namen für die Besetzung des Postens des EU-Antiterrorismusbeauftragten genannt worden, lief fast gleichzeitig über die Nachrichtenagenturen die Meldung, die Staats- und Regierungschefs hätten sich auf den Niederländer Gijs de Vries geeinigt.

Mit Aussagen zur Verfassungsdebatte sorgte sie über das weitere Verfahren für zusätzliche Verwirrung bei Journalisten. Während die irische EU-Ratspräsidentschaft versicherte, dass sie freie Hand bei der weiteren Vorgangsweise habe, sprach Ferrero von einer Vorbereitung auf Ebene der Beamten, dann der Außenminister, später auf Ebene der Staats-und Regierungschefs.

Sichtlich genervt reagierte sie auf die Frage, warum die Wiener Regierung nicht höherrangig bei den Trauerfeiern in Madrid vertreten war, zu denen Kulturstaatssekretär Franz Morak angereist war. Ferrero-Waldner handelte dies mit dem Satz ab, die Einladung sei an den Kanzler gegangen, um dann zu versichern, sie sei selbst über ihre Familie von den Anschlägen betroffen. Sie habe sich Sorgen um die in Spanien lebenden Kinder ihres Mannes gemacht.

In Wien hat die ÖVP indes ihre Kandidatur fixiert und 38.173 Unterstützungserklärungen im Innenministerium eingereicht. (afs, DER STANDARD, Printausgabe 27./28.3.2004)

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    Die österreichische Außenministerin sorgte in Brüssel eher für Verwirrung als Aufklärung.

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