Rabattschlacht bei Pkw hält weiter an

4. April 2004, 19:13
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Studie: Durch Überproduktion und stagnierende Nachfrage komme es zu Preisrabatten von rund 2250 Euro pro Fahrzeug in Europa

Wien - In den USA liegen die Rabattwerte umgerechnet bei 4000 Euro pro verkauftem Wagen. "Diese Werte werden wir in Europa zwar nicht bekommen, aber der Trend zu Rabatten wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen", so Steffen Schick, Mitglied der Geschäftsleitung und Automotive-Experte bei Booz Allen Hamilton.

Der Preis bestimme immer mehr die Wahl des neuen Fahrzeugs, und die Haltedauer sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Dabei werde die Loyalität der Kunden gegenüber der Automarke immer geringer, durch das große Produktangebot werde Qualität vergleichbarer, und Kunden neigten dazu "auch einmal einen Japaner auszuprobieren", geht aus der aktuellen Studie von Booz Allen Hamilton zum Automobilmarkt hervor.

Ein Machtkampf schwele momentan zwischen Leasinggesellschaften und Herstellern. Die GVO (Gruppenfreistellungsverordnung, EU-Vertriebsrecht für Automobile) wurde dahingehend geändert, dass Leasinggesellschaften den Status von Endkunden bekommen könnten, explizit niedergeschrieben findet man dies jedoch nicht. Auf diese Weise würden solche Firmen selbst zu Händlern, ein zusätzlicher Absatzmarkt würde sich entwickeln, und bestehende Händler würden weiter unter Druck geraten. Die Gefahr für die Hersteller liegt darin, dass eine große Leasinggesellschaft das Potenzial hat, viele Fahrzeuge abzunehmen und, entsprechend der Menge, einen guten Preis bekäme. Auf den Preis, den der tatsächliche Endkunde bezahlt, hat der Hersteller aber keinen Einfluss mehr.

Fahrzeugbestand

Im Vorjahr stieg die Zahl der in Österreich zum Verkehr zugelassenen Kraftfahrzeuge (Kfz) um 1,6 Prozent auf 5,505.927. Damit konnte der 4,7-prozentige Rückgang im Jahr 2002 aber nur zum Teil aufgeholt werden. Darunter befanden sich nach Angaben der Statistik Austria rund 4,05 Mio. Pkw. Damit besitzt im Schnitt jeder zweite Österreicher einen Pkw. Über ein Fünftel (20,3 Prozent) der zugelassenen Pkw entfiel auf den Marktführer Volkswagen, gefolgt von Opel mit 10,1 Prozent. Drittstärkste Automarke war Ford mit 7,5 Prozent Marktanteil. (gri, Der Standard, Printausgabe, 27.03.2004)

  • In den USA liegen die Rabattwerte umgerechnet bei 4000 Euro pro verkauftem Wagen. "Diese Werte werden wir in Europa zwar nicht bekommen, aber der Trend zu Rabatten wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen", so Steffen Schick, Mitglied der Geschäftsleitung und Automotive-Experte bei Booz Allen Hamilton.
    foto: renault

    In den USA liegen die Rabattwerte umgerechnet bei 4000 Euro pro verkauftem Wagen. "Diese Werte werden wir in Europa zwar nicht bekommen, aber der Trend zu Rabatten wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen", so Steffen Schick, Mitglied der Geschäftsleitung und Automotive-Experte bei Booz Allen Hamilton.

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