Klassische Musik, seriös präsentiert

13. April 2004, 14:15
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Das Musikgymnasium Wien zeigt im Musikverein, was es kann und was es soll

Schüler des Musikgymnasiums in Wien sind anders. Mit Feierlichkeit und Würde gehen sie daran, klassische Musik seriös zu präsentieren. Wie letzten Mittwoch im Großen Musikvereinssaal, wo die Schule ihr alljährliches, traditionelles Musikfest gab.

"Ganz gut, ein bisschen brav vielleicht. Und die Blechbläser ein bisschen falsch", befand eine Absolventin der Schule nach dem Konzert. Auf jeden Fall ist es lange vorher vollkommen ausverkauft.

Man gibt die Karneval Ouvertüre von Dvorák, dann ein Klavierkonzert von Rachmaninow. Alles mit Schülern des Hauses. Auch die Klaviersolistin Maria Radutu besucht das Musikgymnasium. Und Rachmaninow ist schwer. Sehr schwer sogar, stimmt Maria (19) zu. "Ihn zu spielen ist aber nicht unmöglich."

Kein Außenseiter sein

Für das Musikgymnasium ist das Musikfest ein wichtiges Ereignis. Hier präsentiert sich die Schule und zeigt, was sie kann. Geprobt wird dafür bereits ab September, in der letzten Woche vor dem Konzert wird dann normaler Unterricht auf wenige Stunden reduziert, um Platz für tägliche Proben zu schaffen.

Im zweiten Teil des Konzerts liegt der Schwerpunkt auf Gesang. Zuerst Schuberts "23. Psalm". Hier sollten dann wirklich alle Schüler vertreten sein, nur die Burschen im Stimmbruch dürfen nicht mitsingen. Dann steht William Walton mit "Belshazzars Fest" im Mittelpunkt. Unterstützung für diesen Abend kommt vom Männerchor des Amadeus Knabenchors Wien.

Eigentlich ist das Musikgymnasium eine ganz normale AHS, nur, dass der Stundenplan eine intensive musikalische Ausbildung der Schüler zulässt. Weil es nur Vormittagsunterricht gibt, bleibt am Nachmittag mehr Zeit, um sich dem Instrument zu widmen. Und natürlich gibt es Begabtenförderung, werden Wettbewerbe veranstaltet und der musiktheoretische Background vermittelt. "Nicht mehr Außenseiter sein", sondern unter Gleichgesinnten arbeiten, verspricht die Schule auf ihrer Homepage.

Was man dann aus der Ausbildung macht, ist jedem selbst überlassen. "Jeder kann so professionell arbeiten, wie er möchte", sagt Maria. Sie selbst möchte zuerst fertig studieren, bevor sie sich an eine Karriere macht. "Ich lass mich einfach überraschen." (the)

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