Schwimmen: Sensationelle Zeit von Markus Rogan

6. April 2004, 23:28
1 Posting

Österreichischen Rekord über 200 m Lagen bei NCAA-Championships in Long Island um mehr als drei Sekunden verbessert

Long Island/USA - Der Wiener Markus Rogan hat sich mit einer Bravourleistung im Rahmen eines Schwimm-Weltrekord-Meetings für die Langbahn-Europameisterschaften vom 10. bis 16. Mai in Madrid qualifiziert. Der 21-Jährige verbesserte am Donnerstag (Ortszeit) zum Auftakt der NCAA-Championships in Long Island seinen beinahe zwei Jahre alten österreichischen Kurzbahn-Rekord über 200 m Lagen um 3,53 Sekunden auf 1:55,51 Minuten und fixierte damit auf dieser Strecke sensationell die weltweit fünftbeste Marke aller Zeiten.

Keine Paradestrecke

Außergewöhnlich ist diese Vorstellung vor allem deswegen, da es sich bei den 200 m Lagen um keine der Parade-Strecken des SV-Schwechat-Athleten handelt. Diese folgen mit den 100 und 200 m Rücken erst im weiteren Meeting-Verlauf. Doch die Top-Form Rogans machte nicht nur die Pulverisierung seiner am 5. April 2002 bei der WM in Moskau aufgestellten Bestzeit möglich, sondern hielt ihn bis etwa zur 140-m-Marke sogar auf Kurs zum Weltrekord. Den schnappte sich George Bovell aus Trinidad und Tobago in 1:53,93 Minuten.

Bovell blieb gleich um 72/100 Sekunden unter dem drittältesten bestehenden Weltrekord, vom Finnen Jani Sievinen am 21. April 1994 aufgestellt. Der Ungar Attila Czene hatte die Marke am 23. März 2000 egalisiert. Außer diesem Trio war bisher nur der kanadische 400-m-Lagen-Weltrekordler Brian Johns schneller als Rogan gewesen, allerdings nur um 5/100. Bei der Kurzbahn-EM im Dezember in Dublin war der Österreicher nicht über 200 m Lagen angetreten, er hätte mit seiner nunmehrigen Zeit 11/100 hinter Sievinen Silber geholt.

Insgesamt drei Weltrekorde

Schon im Vorlauf als Fünfter in 1:56,78 hatte Rogan seinen VÖS-Rekord klar unterboten, wobei Bovell schon da den Weltrekord um nur 3/100 verpasst hatte. Wie Bovell sorgte bei den NCAA-Titelkämpfen auch über 50 m Kraul ein Auburn-Student für einen Weltrekord, der Franzose Frederic Bousquet drückte die am 28. Jänner 2001 in Paris fixierte Marke des Briten Mark Foster um 3/100 auf 21,10 Sekunden, nun gleichzeitig natürlich Europarekord. Für den dritten Weltrekord sorgte Texas' 4x100-m-Lagen-Staffel.

Aaron Peirsol, Brendan Hanson, Ian Crocker und Garrett Weber-Gale blieben dabei in 3:25,38 um nicht weniger als 2,74 Sekunden unter der Weltbestmarke einer australischen Staffel am 4. September 2002 in Melbourne. Auch die zweit- und drittplatzierten Teams von Auburn und Stanford blieben unter der bisherigen Top-Zeit. Zum Drüberstreuen schlug die 4x50-m-Kraul-Staffel Auburns schon im Vorlauf unter der Weltrekordzeit an. Da die vier beteiligten Schwimmer aber nicht eine Nationalität haben, gelten die 1:25,46 nicht als Weltrekord.

Gemeinsam mit seinen Stanford-Kollegen lag Rogan nach Tag eins der NCAA-Championships unter 30 Teams auf Rang zwei, unangefochten in Front lag Auburn. Der zweifache Langbahn-Vize-Europameister hatte für die Universitäts-Meisterschaften nahe New York vom österreichischen Verband (VÖS) die Ausnahme-Genehmigung erhalten, trotz 25-m-Bahn sich für die 50-m-EM qualifizieren zu können. Er ist der zehnte für die Titelkämpfe in Spanien qualifizierte Österreicher. Die Olympia-Norm muss er bei der EM erbringen, was aber nur Formsache sein sollte.(APA)

Ewige Bestenliste 200 m Lagen/Kurzbahn: 1. George Bovell (TRI) 1:53,93 Minuten - 2. Jani Sievinen (FIN) und Attila Czene (HUN) 1:54,65 - 4. Brian Johns (CAN) 1:55,46 - 5. Markus Rogan (AUT) 1:55,51

Share if you care.