Madonna verklagt Warner Music auf 200 Millionen Dollar

2. April 2004, 12:49
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Plattenkonzern habe Verträge verletzt und zum eigenen Nutzen Geschäfte abgeschlossen

Los Angeles - US-Popstar Madonna hat den Musikkonzern Warner Music Group auf 200 Millionen Dollar (165 Mill. Euro) und die Auflösung eines Joint Ventures mit ihrer Plattenfirma Maverick Records verklagt. Das seit zwölf Jahren bestehende Geschäftsbündnis soll nach dem Willen der Musikerin und ihres Geschäftspartners Guy Oseary enden, weil Warner Vertragsverletzung begangen habe, hieß es in der am Donnerstag eingereichten Klageschrift.

Maverick und Warner

Madonna und Oseary wollen demnach Maverick Records künftig unabhängig weiterführen und so lukrative Stars wie Alanis Morissette mitnehmen. Die Klage vor einem Gericht in Los Angeles ist eine Reaktion auf eine Klage der Warner Music Group im US-Bundesstaat Delaware vom Mittwoch, die die Vorwürfe der Gegenseite als haltlos bezeichnet.

Der Vorwurf von Maverick Records lautet, Warner habe seine "Vertrags- und Fürsorgepflichten" verletzt, indem das Unternehmen insgeheim und zum eigenen Nutzen Geschäfte abgeschlossen habe. Außerdem werden Warner Bilanzierungsverstöße vorgeworfen. Maverick-Anwalt Bert Fields sagte, die Klage folge auf monatelange Schlichtungsversuche.

Warner hält dagegen

In einer Erklärung wies Warner die Anschuldigungen zurück. Die Vorwürfe seien "gegenstandslos" und "unbegründet". Dem Streit waren ergebnislose Verhandlungen über eine weitere Finanzierung von Maverick Records durch Warner nach dem planmäßigen Ende der Geschäftspartnerschaft zum Jahresende vorausgegangen.

Madonna und Warner hatten Maverick Records im Jahr 1992 gegründet. Nach Informationen der "Los Angeles Times" schätzen Madonna und ihre Partner den Wert ihres Anteils an dem Joint Venture auf rund 60 Millionen Dollar, was Warner als zu viel ablehnt.(APA)

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    "If they don't give me proper credit / I just walk away ..."
    (Madonna, "Material Girl")

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