Neues Verfahren zur Behandlung von Wirbelsäulen­versteifungen

5. April 2004, 12:21
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Mit Zucker beschichtete Titanimplantate werden bald am Menschen erprobt

Berlin - Ein neues Verfahren könnte künftig Wirbelsäulenversteifungen verbessern und Knochenentnahmen am Patienten vermeiden. Eine solche operative Versteifung oder Spondylodese ist notwendig, wenn Wirbelkörper verletzt oder zerstört sind. Diese werden dabei mit benachbarten gesunden Wirbeln so verbunden, dass die Gesamtfunktion der Wirbelsäule erhalten bleibt.

Das an der Berliner Charite entwickelte Modell beruht zunächst auf der optimalen Verbindung zweier Wirbelkörper. Dabei werden die aus Titan bestehenden Wirbelimplantate in Größe und Ausmaß so berechnet, dass sie eine genügend große Auflagefläche bieten, um nicht in die Nachbarwirbel einzudringen.

Beschichtung der Implantate

Gleichzeitig müssen sie jedoch sehr steif sein und sicher in die Knochen einheilen. Bei dem Verfahren muss Patienten kein Knochenmaterial aus dem Beckenkamm mehr entnommen werden. Stattdessen werden die Titanimplantate mit einem speziellen Zucker beschichtet, in den die beiden Wachstumsfaktoren IGF-1 und TGF-beta-1 in genau berechneter Konzentration eingelagert sind.

Mit dem Abbau des Zuckers werden die Wachstumsfaktoren freigesetzt und bewirken die Knocheneinheilung. Das Implantat wird dabei besser fixiert als bei früheren Verfahren. Das am Schafmodell entwickelte Verfahren soll nun am Menschen erprobt werden. (APA/AP)

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