Fettabsaugen mit Komplikationen

22. April 2004, 19:53
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Verletzungen der inneren Organe, Dellen und Blutvergiftungen bei neun Prozent der Fälle

Düsseldorf - Fettabsaugen hat von allen schönheitschirurgischen Eingriffen die höchste Komplikationsrate. Nach Angaben des Chefarztes der Klinik für Plastische Chirurgie am Düsseldorfer Florence-Nightingale-Krankenhaus, Rolf Olbrisch, kommt es in neun Prozent aller Fälle zu Gesundheitsschäden. Dabei handle es sich meist um Verletzungen innerer Organe durch die gefährlich langen und dünnen Saugkanülen. Bereits 14 Mal endete nach Angaben des Professors eine solche Liposuktion in Deutschland mit dem Tod der PatientInnen.

Bei dem Eingriff füllt die ÄrztIn zunächst das Fettgewebe mit einer wässrigen Lösung auf. Anschließend saugt er das überschüssige Fett entweder mit feinen vibrierenden Kanülen ab oder er entfernt es per Ultraschall, Laser oder Wasserstrahl. Zu den möglichen Komplikationen dieser Methode zählen Bauchwanddefekte, Blutvergiftungen, Durchbrüche von Darm und Gallenblase, Thrombosen und Lungenembolien.

Die meisten Schäden in Form entstellender Dellen, Löcher und Ungleichmäßigkeiten seien kaum korrigierbar, weil sich Fett schlecht zurück transplantieren lasse, betont Olbrisch. Angesichts einer derart hohen Komplikationsrate bei einer nicht lebensnotwendigen Operation sei es besonders wichtig, dass sich die Patienten nach Ausbildung und Erfahrung des behandelnden Arztes erkundigten.

In der ästhetischen Chirurgie ist Fettabsaugen bei Frauen der häufigste Eingriff. Der Anteil der männlichen Patienten ist in den vergangenen Jahren aber bereits auf 15 Prozent gestiegen. Derzeit werden dem Experten zufolge viele der jährlich zehntausenden Fettabsaugungen auch von Frauen-, Hals-Nasen-Ohren- und Hautärzten durchgeführt. Eine gezielte Ausbildung gebe es aber nur bei Fachärzten für Plastische Chirurgie. (APA/AP)

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