Nöm wurde im Osten gebremst

6. April 2004, 13:41
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2004 soll der Exportanteil auf 50 Prozent steigen

Wien - Es schmerze, dass der Distributionskanal nach Italien geschlossen sei, so Alfred Berger, Nöm-Vorstand für Marketing und Verkauf, aber "das blaue Auge", das Parmalat dem niederösterreichischen Milchkonzern verpasst habe, sei "bereits wieder abgeschwollen". Laut Berger hat das Scheitern von Parmalat die Nöm "nicht ganz eine Million Euro gekostet", man habe aber schnell reagiert und die jährliche Rohmilchlieferung von 40 Mio. Kilogramm innerhalb weniger Tage umverteilt.

Der aktuelle Stand in der Causa Parmalat: Die Verträge zwischen dem niederösterreichischen und dem italienischen Milchunternehmen sind gelöst, Parmalats Nöm-Paket (25 Prozent plus eine Aktie) liegt eingefroren bei der Raiffeisen Zentralbank. Sowohl Raiffeisen als auch Parmalat erheben Anspruch darauf. Nun läuft "ein Pingpongspiel zwischen den Anwälten", sagt Berger.

Osteuropa-Traum geplatzt

Der Traum von Osteuropa, das die Nöm über die Parmalat-Töchter, etwa in Ungarn, erobern wollte, ist vorerst geplatzt. Mit ihren ersten Schritten in Richtung Osten will sich Berger nun einmal Zeit lassen, Importe machten keinen Sinn, da die Qualität "nicht entspricht und die Logistik zu kostenintensiv ist".

Außerdem ist der Nöm-Chef skeptisch, denn die Produkte seien für die dort vorhandene Kaufkraft "sehr sehr teuer". Eventuell werde man strategische Allianzen schließen, Konkretes werde jedoch erst im Sommer entschieden.

Der Umsatz der Nöm AG stieg im Jahr 2003 um drei Prozent auf 253 Millionen Euro. Der Exportanteil lag bei 37 Prozent und soll dieses Jahr auf 50 Prozent wachsen. Hauptexportmärkte sind Deutschland, Spanien, Portugal, die Benelux-Länder und seit 2003 auch Dänemark und Schweden. In diesen Ländern will die Nöm weitere Marktanteile erwerben. (DER STANDARD Printausgabe, 26.3.2004, gri)

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