Catering macht Lufthansa rot

4. April 2004, 19:21
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Die dreifache Krise des Vorjahrs bescherte der Lufthansa eine tiefrote Bilanz - Etliche Beteiligungen stehen nun zum Verkauf

Dass AUA-Chef Vagn Sörensen in den Lufthansa-Vorstand wechselt "ist ein reines Gerücht und entbehrt jeder Grundlage, mehr ist dazu nicht zu sagen", wies Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber bei der Bilanzpräsentation Spekulationen über einen Wechsel des Dänen von der heimischen Airline zum deutschen Allianz-Partner zurück. Und obwohl etliche der 200 Lufthansa-Beteiligungen zum Verkauf stehen, wird der Drittelanteil an der Airest vorerst nicht verkauft. Mayrhuber auf STANDARD-Anfrage: "Wir sind mit der Airest-Beteiligung zufrieden und haben derzeit keine konkreten Pläne in die eine oder andere Richtung."

Probleme mit Touristik und Catering

Große Probleme bereiteten der Lufthansa hingegen die Touristik- und die Cateringsparte. Der 50-Prozent-Anteil am Ferienflieger Thomas Cook bescherte ihr 131 Mio. Euro Verlust. Im Catering lag das Minus gar bei 826 Mio. Euro. Beide Bereiche sollen saniert und wieder profitabel gemacht werden. Nach dem geplanten Verkauf der US-Tochter Chef Solutions wird die Catering-Tochter LSG auf das reine Airline-Catering redimensioniert: "Alle anderen Aktivitäten wie das Partyservice, die Airport-Gastronomie, Tank und Rast etc. stehen auf dem Prüfstand", so Mayrhuber. Seit den Anschlägen am 11. September wurden weltweit bereits 11.800 Mitarbeiter im Catering abgebaut.

Durch die Abschaffung der Provisionen für Reisebüros per 1. September 2004 spart die Lufthansa jährlich 100 Mio. Euro. Gleichzeitig gab sie bekannt, den Anteil am Billigflieger Eurowings von 24,9 auf 49 Prozent aufzustocken.

Swiss-Beteiligung noch unklar

Noch nicht abgeschlossen ist für Mayrhuber eine Beteiligung an der Swiss. Obwohl sich die Schweizer im Vorjahr für die One-World-Allianz und British Airways entschieden, ist für den Lufthansa-Chef die Tür zwar zu, "aber noch nicht abgeschlossen".

Im Sinne der Produktdifferenzierung startet die Lufthansa heuer für ihre First-Class-Gäste mit einem Topkundenprogramm: In Frankfurt wird gerade ein eigener Terminal gebaut, München wird folgen. Durch exklusives Service am Boden wie separate Sicherheitskontrollen, persönliche Betreuung bis zum Abflug und speziellen Shuttle-Service direkt zum Flugzeug soll das Reisen bequemer werden.

In spätestens zwei Jahren wird eine nachhaltige Kostensenkung von 1,2 Mrd. Euro angestrebt, zu der die Mitarbeiter durch mehr Arbeit bei gleichem Lohn beitragen sollen. (DER STANDARD Printausgabe, 26.3.2004

Claudia Ruff aus Frankfurt
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