TV-Rechte: Deutsche Bundesliga bleibt bei Premiere

2. April 2004, 14:30
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Pay-TV-Sender zahlt 180 Millionen Euro

Die Spiele der deutschen Fußball-Bundesliga werden auch in Zukunft live und exklusiv vom Pay-TV-Sender Premiere übertragen. Der einzige Konkurrent, die ProSiebenSAT 1 Media AG des amerikanischen Medien-Millionärs Haim Saban, hat nach übereinstimmenden Berichten der "Bild-Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ihr Angebot zurückgezogen. In den nächsten Tagen soll der Bezahlsender für 180 Millionen Euro pro Saison den Zuschlag von der Deutschen Fußball Liga (DFL) erhalten. Strittig ist nur noch, ob die DFL die von Premiere geforderte Ansetzung einer Freitag-Partie um 20:45 Uhr akzeptiert.

Mindestens 300 Millionen Euro Gesamterlöse

Insgesamt kann die Bundesliga nun mit Gesamterlösen von mindestens 300 Millionen Euro aus dem neuen TV-Vertrag rechnen. Diesen Betrag hatte zuletzt Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge in Aussicht gestellt.

Neben den 180 Millionen Euro von Premiere steuern die ARD 65 Millionen Euro für die Sportschau und andere Fußball-Rechte sowie das DSF bis zu 20 Millionen Euro bei. Hinzu kommen Einnahmen für die Zweit- und Nachverwertung von anderen TV-Sendern und der Erlös aus dem Verkauf der Auslandsrechte.

Der langjährige DFL-Partner Premiere hat bisher dem Dachverband 150 Millionen Euro gezahlt. Angesichts der Konkurrenz von Saban, der die Bundesligaspiele im Pay TV und einige Spitzenbegegnungen am Sonntag live im frei empfangbaren Fernsehen (Sat.1) zeigen wollte, kletterte der Preis über 170 Millionen auf zuletzt 180 Millionen Euro. Die Gruppe um Saban soll sogar bereit gewesen sein, mehr als 200 Millionen Euro pro Saison zu zahlen.

Kofler: "Wir machen uns für die Bundesliga besonders lang"

Allerdings wollte die ProSiebenSat.1 Media GmbH bei Premiere einsteigen oder den Pay-TV-Kanal ganz übernehmen. Darauf hat sich der Abosender mit seinen 2,9 Millionen Kunden aber nicht eingelassen. Premiere will an der Eigenständigkeit festhalten, plant für 2005 den Gang an die Börse und ist auch bereit, als einziger Anbieter die 180 Millionen Euro zu zahlen. "Wir machen uns für die Bundesliga besonders lang", sagte Premiere-Chef Georg Kofler der FAZ. Mit diesem Angebot sei man aber "am Anschlag." (APA/dpa)

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