Minus zehn, 15 Prozent Sparpotenzial

20. April 2004, 20:43
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ORF sucht "Flankerl an abgenagten Knochen"

Zehn bis 15 Millionen Euro Sparpotenzial soll McKinsey auf dem Küniglberg aufspüren. So präzisiert ORF-Manager Alexander Wrabetz die Vorgabe an McKinsey: zehn bis 15 Prozent weniger Kosten.

Das Beratungsunternehmen untersucht seit wenigen Tagen die ORF-Zentrale auf Sparpotenzial (der STANDARD berichtete). Teils "schon abgemagert bis auf die Knochen" gelte es nun zu fahnden, ob "noch Flankerln dran" sind, sagt Wrabetz.

Nicht geprüft werden journalistische und andere Programmbereiche. Wie auch die Landesstudios: Ihr Sparplan bis 2005 ist bereits mit 15 Millionen Euro festgelegt, laut Wrabetz der jährliche Aufwand eines Länder-ORFs.

"Naturgemäß wehrt sich jeder Betriebsrat gegen Berater", sagt Wrabetz am Rande des Stiftungsrats. Also sprach ORF-Zentralbetriebsratschef Heinz Fiedler: "Überflüssig" sei McKinsey, kolportierte 500.000 Euro Honorar sieht er kaum "gut angelegt".

"Massiv skeptisch" stimmen Fiedler auch Pläne, die Sendeanlagen in eine Tochter auszugliedern. Wrabetz überlegt, Banken daran zu beteiligen. Die Mehrheit soll – entgegen internationalen Beispielen – der ORF halten.

Nicht eilig hat es Wrabetz, 400 technische Leiharbeitskräften anzustellen, wie Fiedler seit Herbst fordert. Das wurden gerade gut 1200 bisher freie Mitarbeiter.

Stiftungsrat geht

Der von der Regierung bestellte Stiftungsrat Peter Ertl von der KPMG Wien kündigte Donnerstag seinen Rückzug an. DER STANDARD berichtete von den vielfältigen Betätigungen dieser Wirtschaftsprüfer für den ORF in Stiftungsrat, Prüfkommission und Steuerberatung. Ertl begründete seinen Abschied aus dem obersten ORF-Aufsichtsgremium damit, dass er nun demnächst am Kapital der KPMG beteiligt werde. Donnerstag sei seine "letzte Sitzung" auf dem Küniglberg gewesen. Nachfolger? Noch unbekannt (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 26.3.2004)

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